Die Highlights des Filmfestivals in Cannes | Teil 1

Seit 6. Juli treffen sich in der französischen Kleinstadt Cannes wieder Schauspieler, Kritiker und Fans, um das Medium Film zu feiern. Das sind meine persönlichen Highlights vom diesjährigen Filmfestival.

Einführung

Es ist immer wieder ein Schauspiel für sich, wenn in Cannes auf dem roten Teppich die Prominenz der Filmwelt auf- und abschreitet. Große und kleine Stars, berühmte Regisseure und unbekannte Newcomer, etablierte Drehbuchautoren und neue Gesichter der Branche. Fast alle treffen sich einmal im Jahr in Cannes, um auf dem wohl wichtigsten und zugleich prestigeträchtigsten Filmfestival ihre neuen Werke vorzustellen.

Auch in diesem Jahr findet das Festival, trotz der immer noch anhaltenden Corona-Beschränkungen, unter Auflagen statt. In der französischen Kleinstadt Cannes werden wieder zahlreiche Filme der Weltöffentlichkeit präsentiert und namhafte Künstler aus Frankreich, Spanien, Deutschland, den USA und auch dem Rest der Welt stellen ihre Werke vor.

Um einen Überblick über die meisterwarteten und vielversprechendsten Neuerscheinungen zu geben, habe ich in diesem Beitrag und dem nächsten Beitrag (hier klicken) mal meine sechs Favoriten aufgeschrieben. Am Ende gibt es noch einen kleinen Geheimtipp, also lest gerne bis zum Ende. Und mich interessiert natürlich auch, auf welche von den Filmen ihr euch am meisten freut oder ob ihr vielleicht ganz andere Favoriten habt. Also ab damit in die Kommentare!

The French Dispatch von Wes Anderson

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In The French Dispatch spielen nicht nur namhafte Schauspieler mit, auch der Regisseur ist kein Unbekannter: Der Film ist von Wes Anderson.

Fangen wir direkt mit einem Film an, den viele vielleicht schon durch den Namen des Regisseurs kennen: The French Dispatch ist nämlich von Wes Anderson. Und der hat schon Meisterwerke wie Moonrise Kingdom oder Grand Budapest Hotel gemacht. Er steuert auch direkt das Drehbuch zu seinem Film bei und ist in die Produktion mit eingebunden.

Aber worum geht es im Film eigentlich? Der aus Kansas stammende Arthur Howitzer Jr. ist der Gründer und Chefredakteur von The French Dispatch mit Sitz in der Stadt Ennui-sur-Blasé. Das Magazin ist der französische Ableger der Liberty, Kansas Evening Sun. In seinem Testament hat er verfügt, dass die Zeitschrift nach seinem Tod nicht mehr veröffentlicht werden soll.

Howitzer ist ein Mann mit Prinzipien, und sein ganzes Leben lang hat er versucht, ein talentiertes Team von Journalisten zusammenzustellen, nimmt es bei der Qualität deren Arbeit aber nicht immer so genau. Seine Mitarbeiter fühlen sich nicht unbedingt der „journalistischen Neutralität“ verpflichtet und haben oft eine ganze eigene Auffassung von politischen Geschehen, dem Leben und der Kunst.


Man merkt schon, der Film wird vermutlich eine Hommage an den Journalismus und die Journalisten einer vergangenen Zeit. Und wie immer gilt bei Wes Anderson: The French Dispatch wird wieder durch den Mix aus Komödie und Drama sehr speziell werden. Wer auf so etwas steht, macht mit dem Film bestimmt nichts falsch.

Denn auch die Besetzung spricht für sich. Man hat fast den Eindruck, dass sich die gesamte Hollywood-Prominenz hier für einen Film vereinigt hat: Die wichtigsten Rollen spielen nämlich unter anderem Bill Murray (Ghost Busters, Lost in Translation, Groundhog Day), Owen Wilson (Grand Budapest Hotel, Der fantastische Mr. Fox), Timothée Chalamet (Call me by your name, Dune), Frances McDormand (Three Billboards outside Ebbing Missouri, Nomadland), Tilda Swinton (Burn after Reading, Moonrise Kingdom) und Benicio del Toro (Sicario, Sin City, Star Wars). Für mich ist dieser Film wahrscheinlich der am sehenlichsten erwartete des ganzen Festivals.

The French Dispatch erscheint am 21. Oktober 2021 in den deutschen Kinos.

Benedetta von Paul Verhoeven

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Der Film Benedetta handelt von einer lesbischen Nonne im 17. Jahrhundert.

Auch dieser Film ist von einem namhaften Regisseur, aber keine Angst, weiter unten in dieser Liste kommen auch noch ein paar unbekanntere Filmschaffende zum Zug! Verhoeven wurde vor allem mit seinen Werken Basic Instinct und Starship Troopers bekannt.

Benedetta ist die Filmumsetzung einer Biographie einer lesbischen Nonne aus dem Jahr 1986. Die Handlung mal kurz zusammengefasst: Als die Pest im 17. Jahrhundert in Italien wütet, tritt Benedetta Carlini als Novizin in das Kloster in Pescia ein. Bereits in jungen Jahren ist sie in der Lage, Wunder zu vollbringen. Dieser Umstand wirkt sich unmittelbar und folgenreich auf das Leben in der Gemeinde aus. Dabei leidet die Nonne unter verstörenden religiösen und erotischen Visionen. Ihr steht eine Begleiterin zur Seite, und die Beziehung zwischen den beiden Frauen entwickelt sich zu einer romantischen Liebesbeziehung.


Ich bin gespannt, wie der Film mit den Themen Sexualität, Religionskritik und Macht umgehen wird. Von Verhoeven ist man ja durchaus eine provokante Art gewohnt. Und im Vorfeld der Premiere ist Benedetta auch schon durch die explizite Darstellung von Sexszenen und der Schändung einer Marienstatue, die im Film gezeigt wird, aufgefallen. Auf Twitter schreibt ein Kritiker zum Beispiel:

Und laut ersten Kritiken soll es eben nicht allzu plakative nur um die Problemstellung von Homosexualität und der Kirche gehen. Ich bin gespannt und freue mich auf den Film, der leider noch kein offizielles Startdatum hat.


Annette von Leos Carax

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Adam Driver spielt in Annette den Vater eines ganz speziellen Mädchens.

Machen wir direkt weiter mit einem Film, der wie schon Benedetta den Namen einer Frau im Titel trägt. Annette erzählt die Geschichte eines Stand-up-Comedian, der mit dem Tod seiner Frau, einer Opernsängerin, zurechtkommen muss. Durch einen Zufall findet er heraus, dass seine zweijährige Tochter über eine ganz spezielle Begabung verfügt, die sein und ihr Leben auf den Kopf stellen wird.

Klingt ziemlich nichtssagend, aber der Film soll wohl sehr speziell werden. Logischerweise wird in Annette kaum gesprochen, ist ja auch ein Musical. Und der Regisseur, Leos Carax, ist bekannt für seine provozierende Art und Weise. Obwohl ich mit Musicals eigentlich eher weniger anfangen kann, gibt es da ja immer gewisse Ausnahmen, Lalaland oder Yesterday zum Beispiel.

Und auch der Cast sagt mir zu: Mit Adam Driver (Marriage Story, BlacKKklansman), Marion Cotillard (La vie en rose, Nine) und Simon Helberg (The Big Bang Theory) haben wir einige großartige Namen, die den Film für mich sehr vielversprechend machen. Leider ist auch für Annette noch kein deutscher Starttermin bekannt. Sobald ich mehr weiß, werde ich diese Seite aktualisieren. Aber auf Amazon Prime Video wird der Film am 20. August 2021 veröffentlicht.


Geheimtipp und Schlussworte

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Mein Geheimtipp: Rehana Maryam Noor, ein Film aus Bangladesch.

Meine ersten drei Highlights habe ich jetzt vorgestellt. Nächste Woche, wenn das Filmfestival in Cannes dann vorbei ist, gibt es auf filmfreitag.de noch den zweiten Teil des Rankings. Wie ich am Anfang versprochen habe, will ich jetzt noch kurz einen meiner Geheimtipps des Fesivals vorstellen, den vermutlich die wenigsten auf dem Schirm haben:

Rehana Maryam Noor, ein Film aus Bangladesch, in dem es um das Verhalten nach der Beobachtung von sexuellem Missbrauch geht. Eine junge Frau, die an einer Universität in Bangladesch unterrichtet, wird Zeugin eines sexuellen Übergriffs, bei dem sie beide Parteien, sowohl das Opfer, als auch den Täter kennt. Der Film stellt sich die Frage, wie man in einer solchen Situation reagiert und wie man mit den repressiven Strukturen in einem Staat wie Bangladesch damit umgeht.

Wenn ihr jetzt erstmal genug von anspruchsvollen Indie-Filmen und dem Autorenkino aus Cannes habt, empfehle ich euch den Film The Tomorrow War mit Chris Pratt. Da könnt ihr euer Gehirn in den Stromsparmodus versetzen und gleichzeitig noch etwas Spaß haben. Meine Ausführliche Kritik zum Film findet ihr hier. Und nächste Woche gibt’s dann den zweiten Teil meiner Highlights aus Cannes. Wenn ihr selbst noch einen Film habt, den ihr unbedingt empfehlen könnt, schreibt ihn doch mal in die Kommentare. Ich freue mich immer über neue Empfehlungen!

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