FIFA 23 ist eine Frechheit und EA sollte sich schämen!

Jetzt teilen

Vor zwei Wochen erblickte das letzte FIFA aller Zeiten das Licht der Welt. Für mich ist FIFA 23 aber bei Weitem kein krönender Abschluss, sondern eine Schande für Electronic Arts!

Wenn nichts funktioniert

Man hat sich gerade ein neues Spiel gekauft, freut sich, es endlich am PC oder der Konsole zu installieren. Und dann natürlich auch, es auszuprobieren. Bei mir war das mit FIFA 23 ganz ähnlich: Ich spiele schon seit Kindheitstagen das Sportspiel-Franchise von EA und hab mich natürlich auch auf das (vermeintlich) letzte FIFA aller Zeiten gefreut.

Glücklicherweise konnte ich kostenlos einen Key für die PC-Version abgreifen und direkt zum Release durchstarten. Mein Fokus bei FIFA liegt eigentlich immer auf dem Karrieremodus. Und deswegen ging es aus dem Hauptmenü direkt zur Erstellung des Trainers- wie immer mit dem FC Bayern. Doch schon da starten die Probleme.


Hier kannst du mich finden:

twitter icon
tiktok icon
youtube icon
letterboxd mac icon

Das neuste FIFA ist ein Bugfest sondergleichen – zumindest auf PC. Wenn hier überhaupt etwas optimiert wurde, dann sind es die Geldflüsse von EA. Zunächst hab ich es nämlich gewagt, mit einem Wireless-Controller das Spiel zu starten. Das geht natürlich gar nicht. Ständige Ruckler, ständiges automatisches Aktivieren von Tasten, die ich gar nicht drücke. 

Und in allen Menüs ist ständig der linke Cursor aktiviert, sodass man beispielsweise Trainingseinheiten, Aufstellungen und Ähnliches nicht richtig bearbeiten kann. Ich war schon kurz davor, aufzugeben, als ich im Internet eine Lösung gefunden habe: Man sollte keinesfalls, wie in 99% moderner Triple-A-Games davon ausgehen, mit Wireless-Controller spielen zu können. Nein, nein. Was erwartet ihr denn?


Auch interessant:


Um am PC mit Controller spielen zu können, braucht man das gute alte USB-Kabel. Und dann muss man zuerst Origin als Administrator ausführen, um FIFA zu starten. Macht man das nicht, buggt der Controller wieder. Ist das euer ernst, EA? Ein Spiel, dass man kaum auf der Tastatur spielen kann (es sei denn, man ist Machosist), nicht für Controller zu optimieren. Eine Frechheit. 

Schlimmer noch: Nachdem ich mich ein bisschen auf Reddit eingelesen hatte, stellte sich heraus, dass dieses Problem scheinbar schon seit Jahren bekannt ist. Und EA denkt nicht im Traum daran, es zu fixen…

Anzeige

Neuerungen sucht man mit der Lupe

Ein weiteres Problem, das die FIFA-Reihe schon seit Jahren plagt: Die fehlenden Neuerungen oder zumindest Verbesserungen, die jedes Jahr aufs Neue auf sich warten lassen. Da wird man regelmäßig nur mit der Lupe findig. Ein überarbeitetes Menü hier, ein paar neue Animationen da. Und das wars! 

Nun würde ich mich ja nicht beschweren, wenn FIFA nicht jedes verdammte Jahr mit einem neuen Ableger für mindestens 60 Euro aufwarten würde. Aber das tut es. Und weil der Preis der eines Vollpreistitels ist, erwartet man natürlich auch, dass einem nicht jedes Jahr das gleiche Spiel verkauft wird! 

Aber EA schafft es irgendwie, Millionen von Menschen Jahr für Jahr ein neues FIFA anzudrehen. Ich gehöre glücklicherweise nicht zu den Opfern dieser Masche, kaufe mir alle drei bis vier Jahre mal ein neues Spiel der Reihe. Aber ganz, ganz viele Gamer können der Versuchung nicht widerstehen. Und das hat auch einen ganz einfachen Grund: Sie bevorzugen einen Modus, den ich in meinen locker zehn Jahren, seit ich FIFA kenne, nie auch nur angerührt habe: 

Anzeige

Die Casino-Abzocke namens Ultimate Team

FIFA 23 Ultimate Team
In Ultimate Team können wir unseren Traum der perfekten Mannschaft ausleben. Zumindest theoretisch und mit viel Geld und Zeit. (Quelle: kicker.de)

Ich sehe es schon in den Kommentaren: Aber Lukas, in Ultimate Team kann man doch alles freispielen, ohne Geld auszugeben. Es gibt doch so ein tolles Trading-System, da braucht man keine FIFA-Points für irgendwelche Gold- und Jumbo-Packs ausgeben. All diesen Kommentaren kann ich nur ein müdes Lächeln entgegenbringen: Glückwunsch, ihr seid nicht die Zielgruppe, die EA mit den Abzock-Mechanismen im Blick hat. 

Im Pay-To-Win-Geschäft kommt es nicht auf die Leute an, die kaum oder gar kein Geld ausgeben. Den allermeisten Profit machen Firmen wie EA oder Activision bei derlei Spielkonzepten mit den sogenannten “Whales”, also Spielern, die soviel Geld ausgeben, dass sie – im Falle von Free-To-Play-Spielen – alle anderen Spieler mitfinanzieren. 

Und so ist es auch bei FIFA 23. Eine große Mehrheit der angehenden Trainerlegenden werden im Spielmodus Ultimate Team wenig Geld ausgeben, sich eine recht passable Mannschaft zusammenbauen und ganz passabel durch die Saison kommen. Aber schaut man sich nur mal die vielen Twitch-Streamer an, die tausende Euros in diesem Modus verschleudern, sieht man, dass es auch Menschen gibt, die ihre Geldbörse weit weniger gut unter Kontrolle haben. 

Hinzu kommt bei Ultimate Team, dass hier ein Bezahlsystem mit direktem Einfluss auf das Gameplay Einzug in ein Vollpreisspiel erhalten hat. Während man in vielen Spielen, die auch 60 Euro und mehr kosten, nur kosmetische Items für Echtgeld erwerben kann, werden in Ultimate Team spielentscheidende Dinge der zahlenden Kundschaft vorbehalten. Und das Jahr für Jahr aufs Neue.

Denn ihr könnt euren Ultimate-Team-Spielstand nicht etwa von einer FIFA-Iteration in die nächste übertragen. Nein, ihr startet jedes Jahr aufs Neue. Und verliert dabei nicht nur Spieler und eure Items, sondern auch Lebenszeit und Geld.

Anzeige

FUT ist der Sargnagel der FIFA-Reihe

Für mich und viele andere da draußen war FIFA immer eins: Eine verdammt gute und unterhaltsame Fußball-Simulation. Ich erinnere mich gerne an durchgezockte Nachmittage mit Freunden, Bayern gegen Dortmund, Deutschland gegen England – damals noch auf der Wii. Und immer mit dabei war auch mein eigener Verein, den ich nach Lust und Laune durch die Saisons führen konnte. 

Für mich war und sind diese Erinnerungen das, was FIFA ausmacht. Mit FUT beschritt EA aber neue Wege. Klar, profitabel war der Spielmodus. Und er macht sicherlich auch Spaß. Aber er ist auch ein Symptom der modernen Gaming-Welt: Nach und nach etablierte sich Ultimate Team als DER Spielmodus schlechthin, viele kauften sich ein neues FIFA nur noch deswegen.


Auch interessant:


Und EA erkannte schnell, wie man immer mehr und mehr Geld damit machen kann. Andere Spielmodi wurden vernachlässigt oder irgendwann ganz rausgekickt (haha, Wortwitz). Gerade der Karriere-Modus, früher das Herzstück eines jeden FIFA, hat sich seit Jahren kaum weiterentwickelt. Und das ist so furchtbar schade. 

Ich kann EA ja verstehen, einem erfolgreichen Spielmodus mehr Aufmerksamkeit zu widmen, ist nur verständlich. Aber dann alles andere fast vollkommen zu ignorieren, kann doch auch nicht die Lösung sein. Für Spieler wie mich war FUT irgendwann der Sargnagel von FIFA, weil sich sonst nichts mehr weiterentwickelt und verbessert hat.

Anzeige

Fazit: EA, es ist Zeit für FIFA, zu gehen!

Nachdem es anfangs nur Spekulationen waren, bestätigte sich mittlerweile, dass EA ab nächstem Jahr die Rechte für die FIFA-Lizenz nicht mehr hat. Die liegen dann wieder direkt bei der Fußballorganisation selbst. Und die hat für nächstes Jahr auch schon einen Konkurrenztitel für EAs Fußball-Simulation angekündigt. Aus FIFA wird dann also EA Sports FC. Nicht mehr so ein griffiger Name, aber vielleicht ein Neuanfang?

Nötig hätte es die Reihe jedenfalls, gerade wegen der vielen Kritik, die ich ja im Artikel auch teile. Allerdings traue ich EA keine echten Experimente zu, also wird wahrscheinlich sowohl die Pay-to-Win-Mechanik als auch die fehlende Rechtfertigung für ein Preisschild von mehr als 60 Euro weiterhin bleiben. 

Für mich heißt das, dass ich wohl auch erst wieder in drei, vier Jahren ein neues Fußball-Spiel für meine Trainerkarriere beim FC Bayern München brauche. Und dann hab ich ja wahrscheinlich die Auswahl zwischen zwei großen Marken. Wie ist das bei euch? Könnt ihr meinen Standpunkt nachvollziehen oder seht ihr das ganz anders? Auf eine Diskussion in den Kommentaren freue ich mich!


Folge filmfreitag per Newsletter:

Mein neustes YouTube-Video:



Jetzt teilen

Lukas Egner

Ich bin der Gründer von filmfreitag und schaue leidenschaftlich gerne Filme und Serien aus jedem Genre. Ich bin 21 Jahre alt, studiere momentan Politik- und Medienwissenschaften und schreibe als freier Autor für verschiedene Film- und Videospielmagazine.

Abonnieren
Benachrichtige mich bei
guest
2 Kommentare
Inline Feedbacks
View all comments
SCHORSCH
SCHORSCH
20. November 2022 17:05

FUT hab ich auch noch nie angerührt. Werde es auch nie. Ich spiele seit 1998 Fußballsimulationen. (bin mittlerweile 47) Hab noch nie einen PC besessen,deshalb habe ich keine Vergleichswerte. Mein erstes Spiel war Frankreich 98 auf Nintendo 64. Danach kam bis auf einmal „This is Football“ nur EA/Fifa. Die Weiterentwicklung wurde mit Einführung von FUT komplett eingestellt. Nur der Bezahl Modus wird, sagen wir mal, erweitert. Der Karriere Modus (Trainer /Spieler) hat trotzdem noch Spaß… Weiterlesen »

WordPress Cookie Plugin von Real Cookie Banner