Game of Thrones: Die 5 schlechtesten Folgen | Teil 2

Game of Thrones ist tot. Lang lebe Game of Thrones! Da ich scheinbar nicht von der Fantasy-Serie aus dem Hause HBO wegkomme, möchte ich in diesem Ranking die meiner Meinung nach fünf schlechtesten Folgen der Serie beleuchten. Teil 1 gab es letzte Woche schon, hier findet ihr jetzt Teil 2!

Einführung

Game of Thrones ist seit über zwei Jahren Geschichte. Am 19. Mai 2019 flimmerte die letzte Folge der Erfolgsserie über unsere Bildschirme. Aber da ich schon Jahre lang die Geschicke von Jon, Arya und Daenerys mitverfolgt habe und mich die Welt von Eis und Feuer so fasziniert, habe ich mich dazu entschieden, mehrere Rankings zu der Fantasieserie auf diesem Blog zu veröffentlichen.

Letzte Woche gab es bereits ein Ranking zu den besten Folgen, das ihr hier finden könnt. Und da jeder, der die letzten Jahre nicht unter einem Stein gelebt hat, mitbekommen haben sollte, dass Game of Thrones dann doch nicht so toll endete, muss natürlich auch ein Ranking der schlechtesten Episoden folgen. Viel Spaß (oder auch Leid, weil euch die negativen Seiten der sonst so guten Serie nochmal aufgezeigt werden)! Das Ranking ist in zwei Teile aufgeteilt.

Platz 2: Staffel 8, Episode 6 / Der Eiserne Thron

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Kalt wie der Eiserne Thron: Diese Folge der Erfolgsserie Game of Thrones.

Überraschung: Die letzte Folge der Fantasyserie ist nicht auf Platz 1! Warum das so ist, werde ich im Text zum tatsächlichen Platz eins noch genaustens erläutern. Hier haben wir also die finale Folge der Serie. Auch hier gibt es wieder viel mehr zu kritisieren, als mir Zeichen für diesen Artikel zur Verfügung stehen. Aber auf die wichtigsten Punkte will ich trotzdem kurz eingehen:

Daenerys ist irre geworden. In der letzten Folge haben wir gesehen, wie sie ganz Königsmund dem Erdboden gleichgemacht und unschuldige Bürger bei lebendigem Leib verbrannt hat. Nun will sie den Krieg fortsetzen. Aber dem macht Jon einen Strich durch die Rechnung: Er tötet seine Königin in einer emotionalen und dramatischen Szene im Thronsaal.

Dann fliegt Drogon ein und es sieht ganz danach aus, dass er Jon nun verbrennen wird. Aber halt! Nein! Dieses wilde Tier versteht natürlich die Bedeutung des Eisernen Throns als Zeichen der Macht und was dieses Zeichen mit den Menschen macht. Ein sehr intelligentes Tier. Also schmilzt er den Thron kurzerhand mit seinem Drachenfeuer.

Daraufhin wird Jon gefangen genommen und soll vor ein Gericht gestellt werden. Auch Tyrion soll vor ebendieses Gericht kommen. Da die Unbefleckten und die Dothraki in Königsmund regieren, wäre es ja eigentlich logisch, dieses Gericht mit ebensolchen Vertretern zu besetzen. Aber halt! Nein! Auch hier wählen die genialen Autoren Benioff und Weiss eine andere Art der Gerichtsverhandlung:

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Haben irgendwie vergessen, wie man gute Geschichten schreibt: David Benioff und D.B. Weiss.

Die hohen Lords aus Westeros (und Brienne, und Davos, und irgendein dornischer Prinz, die selbst nicht wissen, was sie hier machen) sollen über die Schicksale von Tyrion und Jon entscheiden. Und in diesem Rat sitzen ganz zufällig auch drei Verwandte ebendieses Jon Snows. Ach, was soll da schon schiefgehen?

Nun ja, heraus kommt eine der dümmsten Szenen der Seriengeschichte: Tyrion schlägt Bran als neuen König vor, alle akzeptieren natürlich, weil der dreiäugige Rabe ja so eine tolle Geschichte hat. Als Sansa dann die Unabhängigkeit des Nordens fordert, wird diese natürlich gewährt. Dass Yara, die Chefin der Eiseninseln, nicht auch auf die Idee kommt, ihre Unabhängigkeit zu fordern, entgeht meinem Verständnis. Zwei Staffeln zuvor hat sie diese nämlich schon vor Daenerys gefordert.

Und Tyrion fordert ebenso die Freilassung Jon Snows. Dem kann Grauer Wurm auf keinen Fall zustimmen. Eigentlich hätte er ihn auch sofort töten sollen, das hat er ja einige Szenen zuvor auch schon mit sich ergebenen Lannister-Soldaten gemacht. Aber er akzeptiert, dass Jon frei kommt, wenn er den Rest seiner Tage im Norden auf der Mauer verbringt. Logisch. Klar.

Oh Gott. Es ist so schlecht. Ich muss gerade echt kotzen, wenn man sich die ganzen Szenen da in der Drachengrube nochmal so durch den Kopf gehen lässt. Verzeiht mir für die vulgäre Wortwahl, aber anders lässt sich das nicht beschreiben. Und es wird ja nicht besser:

Am Ende von Game of Thrones, einer der größten und meistgelobten Serien aller Zeiten, sind wir also wieder da, wo wir am Anfang waren: Ein König herrscht und sein kleiner Rat besteht im Prinzip nur aus Speichelleckern. Aber der Zuschauer hat zu diesen Speichelleckern natürlich eine positive Bindung, deswegen ist ja alles gut. Haha. Die letzte Szene von Tyrion, von Sam, von Brienne und so vielen mehr endet mit einem Witz. Wie auch diese Serie. Leider.

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Jetzt wird alles gut, oder? Der neue kleine Rat am Ende der Serie.

Einzige positive Lichtblicke sind da die Charakterenden von Sansa und Arya. Sie sind zwar auch nicht wirklich befriedigend, geschweige denn gut, aber sie hinterlassen den Zuschauer nicht vollkommen in Wut aufgelöst über das schlechte Drehbuch. Man kann sich mit diesen beiden Enden abfinden. Und auch das Ende von Jon ist zwar mehr als nur antiklimaktisch und weit entfernt von gut geschrieben, aber auch hier dasselbe: man kann es akzeptieren.

Aber das ist nicht, was die Genialität von Game of Thrones über Jahre ausgemacht hat. Die genialität bestand nicht darin, irgendwelche halbwegs akzeptablen Geschichten hinzunehmen. Die HBO-Serie endete mit dieser Folge leider in einer riesigen Enttäuschung, über die ich auch zwei Jahre später nicht hinweg bin.

Platz 1: Staffel 8, Episode 5 / Die Glocken

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Das Gesicht einer Irren? Nun, zumindest wollen uns das die Autoren erzählen.

Allein schon für diesen Folgentitel sollten Benioff und Weiss eigentlich ausgepeitscht werden. Aber kommen wir zum inhaltlichen Teil des Ganzen Schlamassels: Ich habe diese Folge auf den letzten Platz gesetzt, weil sie nicht nur völlig unlogisch und unglaubwürdig erzählt wird, sondern weil einige der wichtigsten Charaktere durch Handlungen in dieser Folge ruiniert werden.

Wir starten in die Folge mit Varys, dem Meister der Flüsterer, der sich selten dämlich verhält. Schon letzte Folge hat er direkt vor den Augen Tyrions und den Wachen von Daenerys mit Jon über Hochverrat gesprochen. Und jetzt will er seine Königin durch das Essen vergiften.

Tyrion verrät seinen wahrscheinlich besten Freund und dieser wird durch Feuer und Blut von Drogon hingerichtet. Hätte sich Varys in den Staffeln zuvor ebenso dumm verhalten, wäre er vermutlich mit Eddard in der ersten Staffel ermordet worden.

Was nun folgt, ist die erste von zwei „Charakterermordungen“ durch die Showrunner: Jamie wird gefangen genommen und Tyrion will ihn befreien. Als dieser vorschlägt, möglichst ein Massaker zu vermeiden, erwidert Jamie das: „Um ehrlich zu sein haben mich die Menschen nie gekümmert. Unschuldige oder andere“. Scheinbar hat er vergessen, wieso er von allen Königsmörder genannt wird.

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Will seinem Bruder seine Vergesslichkeit austreiben: Tyrion Lannister.

Er hat Arys Targaryen bei Roberts Rebellion verraten und getötet, weil ihn die Menschen von Königsmund wichtig waren. Er wusste, dass der Irre König Seefeuer unter Königsmund versteckt hatte. Und er wusste, dass dieser König bereit war, ganz Königsmund niederzubrennen. Deswegen hat er seinen für immer ruinierten Ruf in Kauf genommen.

Seine ganze Charakterentwicklung basiert auf dieser Einsicht. Durch die Ereignisse in dieser Folge werden im Prinzip sämtliche Szenen der letzten Staffeln mit Jamie obsolet. Er ist wieder dort, wo wir ihn in Staffel eins kennengelernt haben. Er ist das Arschloch, das seine Schwester vögelt.

Dann sehen wir die letzten Vorbereitungen für die Schlacht. In Königsmund wird das einfache Volk in den Roten Bergfried getrieben, damit Daenerys diesen nicht angreift. Vor den Mauern stellt sich die Goldene Kompanie auf. Damit begeht die Armee von Harry Strykland den gleichen Fehler wie die Dothraki und die Artellerie in Folge drei: Stellt eure Soldaten doch hinter die Mauer, wenn ihr belagert werdet! Man, man, man.

Und dann beginnt das Spektakel: Daenerys stürmt mit Drogon vom Himmel wie ein Kampfbomber im Zweiten Weltkrieg. Klar, Euron hat natürlich nichts davon gemerkt, weil ihn die Sonne geblendet hat (das sagen zumindest die Showrunner im Behind-the-Scence-Material). Na gut. Aber er trifft auch keinen einzigen Schuss mit seinen Balissten. Haben diese in der vorherigen Folge noch eine Trefferquote von 100 Prozent gehabt, verschießen sie jetzt jeden einzelnen Schuss.

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Ein Gesicht wie zehn Tage Regen: Euron Graufreud.

Daenerys zerstört im Handumdrehen sowohl die Eiserne Flotte als auch die Goldene Kompanie. Dann stürmen die Unbefleckten mit Grauer Wurm, die Nordmänner mit Jon Snow und die Dothraki in Königsmund ein. Alles sieht nach einem Sieg für sie aus. Aber dann passiert die zweite große „Charakterermordung“ dieser Folge von Game of Thrones: Daenerys hört die Glocken und beginnt damit, sich durch Königsmund zu massakrieren.

Auch hier wird wie bei Jamie die Charakterentwicklung ganzer Staffeln über den Haufen geworfen. Und mir geht es nicht mal um das Irrewerden der Drachenmutter. Das hätte man erzählen können, man hätte nur deutlich mehr Zeit gebraucht.

Nach dieser Szene kommt es zu einigen spektakulären Bildern, die den Zuschauer aber kalt lassen. Er ist nämlich noch immer fassungslos, was mit Charakteren, die über Jahre aufgebaut wurde, in dieser Folge passiert ist. Auch Grauer Wurm wird jetzt Irre und mordet sich durch sich ergebende Lannister-Soldaten.

Wir verfolgen noch ein wenig Arya, die natürlich auch wieder die dickste Plotarmor trägt und eigentlich an mehreren Stellen hätte sterben müssen. Der Kampf zwischen Jamie und Euron ist lächerlich koreografiert. Und der langerwartete Clegan-Bowl ist für mich persönlich tatsächlich nicht viel mehr gewesen als ein schlechtes Meme.

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Eher traurig und plump als episch: Der lang nur als Meme existierende „Clegan-Bowl“.

Wir verlieren in dieser Folge nicht nur die Charakterentwicklung von Jamie und Daenerys, sondern auch die tatsächlichen Tode von Cercei und Jamie, die unter Steinen des einstürzenden Bergfrieds begraben werden. Das Zentrum der Macht, an das sich die Löwenkönigin geklammert hatte, stürzt unter den Schreien der Unschudigen ein.

Fazit

Game of Thrones ist zu Ende. Die Serie wird für immer in Erinnerung bleiben für ihr Ende. Wir werden noch Jahre lang enttäuscht auf die achte Staffel der HBO-Fantasyserie blicken und uns bessere Staffeln zurückwünschen.

Aber trotzdem sollte man nicht vergessen, wieviel Gutes uns die Serie gebracht hat. Bis Staffel sechs waren die allermeisten Folgen hochklassige Dramaserien-Kost. Deshalb will ich aus dieser deprimierenden fünf schlechtesten Folgen von Game of Thrones mit einem Lichtblick hinausgehen: Meinem Ranking der 10 besten Folgen der Serie, dass ihr hier findet.

Wie seht ihr das Ende von Game of Thrones? Wart auch ihr enttäuscht? Schreibt es mal in die Kommentare, ich freue mich auf die Diskussion!

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