Game of Thrones: Die besten Staffeln der HBO-Serie

Vor über zwei Jahren ging Game of Thrones unrühmlich zu Ende. Doch damit nicht nur die schlechten Seiten der Fantasyserie in Erinnerung bleiben, findet ihr hier das Ranking der besten und schlechtesten Staffeln von Game of Thrones.

Einführung

Als vor mehr als zwei Jahren die letzte Staffel der HBO-Serie Game of Thrones über unsere Bildschirme flimmerte, konnte ich es kaum fassen, was mit einer einst so guten Serie passieren kann. Die siebte und vor allem die achte Staffel werfen ein düsteres Licht auf die einst hochgelobte Serie von David Benioff und D.B. Weiss.

Fragt man heute Leute, die sich noch vor zwei Jahren als große Fans der Serie bezeichneten, hört man oft nur ein nostalgisches Seufzen. Die früheren Staffeln wären ja so gut gewesen und irgendwann hätte die Serie nicht mehr diese Qualität erreichen können. So erinnern sich viele an den Untergang der einst so beliebten und geliebten Serie.

Aber weil ich finde, dass man nie nur die schlechten Seiten von solchen Phänomenen und prägenden Serien in Erinnerung behalten sollte, sondern sich auch auf die guten Zeiten zurück besinnen muss, will ich in diesem Beitrag alle Staffeln von Game of Thrones ranken. Und damit eben ein Bewusstsein dafür schaffen, dass es eben ganz fantastische Staffeln der Fantasyserie gab.

Angefangen mit der schlechtesten Staffel will ich mich bis zur besten Staffel hocharbeiten. Vor Kurzem habe ich hier auf filmfreitag.de auch schon ein Ranking der zehn besten und fünf schlechtesten Folgen von Game of Thrones gemacht. Wen das interessiert, der kann hier klicken!

Platz 8: Staffel 8

game of thrones season 8
So deprimierend wie diese Charaktere: Die achte Staffel von Game of Thrones. (Quelle: HBO)

Wenig überraschend landet die letzte Staffel von Game of Thrones auch auf dem letzten und damit schlechtesten Platz in diesem Ranking. Die achte Staffel stellt in der nach unten gerichteten Qualitätsentwicklung der Serie einen absoluten Tiefpunkt dar. Und das ist besonders schade, weil die achte Staffel ja gleichzeitig auch die finale war.

Zwar beginnt die letzte Staffel mit zwei recht guten, relativ ruhigen Folgen, die noch sehr viel Atmosphäre aufbauen können und das „alte“ Game of Thrones fast schon wieder aufleben lassen. Was dann aber ab Folge drei passiert, ist nur noch traurig. Nicht ohne Grund landen die vier letzten Folgen alle in meinem Ranking der schlechtesten Folgen von Game of Thrones, welches ihr hier finden könnt.

Beginnend mit der Schlacht um Winterfell, von der man einfach mehr erwartet hat und die auch mit einigen taktischen Fehlschlägen der Charaktere aufwartet, hin zum Abschuss des zweiten Drachens von Daenerys durch Euron bis zum Finale, dass mit einem fast schon lächerlichen Ende glänzt.

Was diese Staffel zur schlechtesten der Serie macht, sind viel zu schnelle und oft unglaubwürdige Charakterentwicklungen, unbefriedigend und undurchdacht wirkende Story-Entscheidungen und fragwürdige Action-Sequenzen in den beiden großen Schlachten in Winterfell und Königsmund.

Platz 7: Staffel 7

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Auch die siebte Staffel gehört nicht zu den Highlights von Game of Thrones. (Quelle: HBO)

Auch der siebte Platz rankt die gleiche Nummer an Staffeln: Die siebte Staffel der Fantasyserie landet auf Platz sieben. Die Abwägung, ob denn nun die siebte oder achte Staffel der HBO-Serie die schlechtere ist, war schwierig. Letztendlich aber muss man klar sagen, dass die siebte Staffel noch deutlich mehr Qualitäten aufweist als die achte.

So war für mich beispielsweise die vierte Folge, der erste Angriff von Daenerys Drachen, ein Highlight. Auch verschiedene kleinere Dialogszenen, wie der Tod von Olenna Tyrell, die mit einem Badass-Move aus dem Leben scheidet, sind unglaublich gut.

Aber natürlich landet die siebte Staffel nicht ohne Grund weit unten in diesem Ranking. Allen voran geht mir in dieser Staffel alles etwas zu schnell. Charaktere springen innerhalb von Minuten von einem Ort zum anderen, Gendry kann nördlich der Mauer scheinbar einen Marathon laufen und bestimmte Subplots wirken unausgereift und gehetzt. Es zeigt sich einfach, dass die Entscheidung, die beiden letzten Staffeln um insgesamt sieben Folgen zu kürzen, sehr negative Auswirkungen auf deren Qualität hatte.

Ich will jetzt nicht ausschweifend auf einzelne Handlungen der Staffel eingehen, aber vor allem die Handlung in Winterfell hat mir in dieser Staffel gar nicht mehr gefallen. Auch die Folge „Jenseits der Mauer“ lässt sehr zu wünschen übrig und das Staffelfinale hat durch sein Durcheinander und die unlogischen Storyentwicklungen schon dunkle Vorzeichen auf die achte Staffel vorausgeschickt. Trotzdem gab es noch einige Highlights, Momente und Dialoge, an die sich Fans von Game of Thrones klammern konnten.

Platz 6: Staffel 5

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Hat schon viele Highlights, ist aber immer noch nicht höchste Kunst: Die fünfte Staffel der Fantasyserie. (Quelle: HBO)

Zu Dingen, zu denen es nicht viel zu sagen gibt, sollte man eigentlich auch nichts sagen. Und so verhält es sich auch mit Staffel fünf der Fantasyserie. Die Staffel ist gemessen an Game of Thrones-Verhältnissen im unteren Durchschnitt zu verorten. Wir haben es mit einigen sehr guten, einigen eher schwachen und einigen recht mittelmäßigen Folgen zu tun.

Die Staffel bietet mit der achten Folge namens Hartheim ein unglaublich epochales Serienerlebnis, dümpelt aber den Rest der Staffel oft nur so vor sich hin. Besonders unbeliebt ist in der fünften Staffel auch der Subplot rund um Jamie Lennister. Der wird auf eine Befreiungsmission nach Dorne geschickt, wo er seine Tochter wieder zurück nach Königsmund bringen soll. Leider verliert sich dieser Plot in seiner eigenen Geschichte und wirkt wie ein grünes Blatt im Herbst, also ziemlich unpassend.

Auch im hohen Norden erwartet uns nichts Halbes und nichts Ganzes. Sansa und Kleinfinger reisen nach Winterfell, damit Sansa dort mit Ramsey verheiratet werden kann. Auch dieser Plot ist nicht wirklich zu Ende gedacht und hätte meiner Meinung nach besser gelöst werden können, auch wenn man die Bücher betrachtet, in denen Sansa beispielsweise nie mit Ramsey zusammenkommt.

Im Ergebnis ist die fünfte Staffel von Game of Thrones ziemlicher Durchschnitt mit einem Hang zum Negativen! Es gibt einige fragwürdige Storyentscheidungen und Handlungselemente, aber eben auch das ein oder andere Highlight.

Platz 5: Staffel 1

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Die Basis des Erfolgs: Staffel 1 der Hitserie von HBO. (Quelle: HBO)

Schwierige Entscheidung. Die erste Staffel von Game of Thrones steht bei mir „nur“ auf Platz 5, obwohl mit ihr alles begann. Und das heißt nicht, dass diese Staffel schlecht ist. Im Gegenteil! Die erste Staffel hat einige der besten Momente der Serie hervorgebracht und führt unglaublich gut in die komplexe und faszinierende Welt von Eis und Feuer ein. Das Problem ist nur: Es gibt vier Staffeln, die sogar noch besser sind. Also versteht diesen fünften Platz mehr als einen Punkt, ab dem nur noch gute Game of Thrones-Staffeln auftauchen.

Die erste Staffel mag zwar nicht das allergrößte Budget gehabt haben, was man auch an einigen Stellen merkt. Doch schon damals waren die größtenteils unbekannten Schauspieler von zum Beispiel Jon Snow, Sansa Stark oder Daenerys Targaryen unglaublich stark. Ergänzt durch einen Cast an etablierten und erfahrenen Charakterdarstellern wie Sean Bean als Eddard Stark oder Lena Heady als Cercei Lennister legt die erste Staffel der Hitserie den Grundstein für den Erfolg. Nicht nur werden sämtliche großen Häuser der Mittelalterwelt vorgestellt, auch die einzelnen Schauplätze werden etabliert und genießen heute Kultstatus.

Und das Finale der ersten Staffel bringt den entscheidenden Wendepunkt, der Game of Thrones von einer ziemlich guten zu einer der besten Serien aller Zeiten macht: Eddard Stark wird hingerichtet. Der Zuschauer vor dem Bildschirm ist baff. Wie eingefroren. Einer der vermeintlichen Protagonisten und Haupthandlungsträger wird getötet. Und damit macht die Serie direkt zu Beginn klar: Hier ist niemand sicher. Fehler werden bestraft. Game of Thrones etablierte sich mit der ersten Staffel als düstere, realitätsnahe Fantasyserie.

Platz 4: Staffel 6

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Die sechste Staffel von Game of Thrones setzte in einigen Punkten neue Standards für Serien. (Quelle: HBO)

Die sechste Staffel von Game of Thrones ist eine Besondere: Am Ende führt sie alle Handlungsstränge, die über Jahre aufgebaut wurden, zusammen. Doch schon während der Lauflänge dieser Staffel gibt es zahlreiche erinnerungswürdige Momente. Die Flucht von Sansa und Theon aus Winterfell, Aryas Training in Bravos und die Intrigen in Königsmund, die in der zehnten Folge in einem der besten Momente der Seriengeschichte enden, tragen dazu bei.

Und auch die Schlacht der Bastarde hat neue Standards für zukünftige Serien gesetzt. Aber trotzdem ist nicht alles Gold, was glänzt: Die sechste Staffel hat auch ihre Schwächen, allen voran die wenig eindrucksvolle Handlung rund um Daenerys in Essos, die eher langweilig als spannend ist. Aber auch bei Arya gibt es einige Dinge, die man kritisieren kann. Aber insgesamt ist die sechste Staffel in vielen Momenten Game of Thrones in Reinform.

Interessante, mittreißende Dialoge, epische Schlachten und berührende Charaktermomente. All das bietet die sechste Staffel der Fantasyserie. Und all das mündet in einer finalen Folge, die es in meinem Ranking der besten Folgen der Serie auf den zweiten Platz geschafft hat.

Platz 3: Staffel 2

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Die Schlacht am Schwarzwasser ist eines der vielen Highlights der zweiten Staffel. (Quelle: HBO)

Ab jetzt wird Seriengeschichte geschrieben! Denn die letzten drei Staffeln dieses Rankings gehören, zumindest meiner Meinung nach, zum Besten, was TV-Serien jemals hervorgebracht haben. Bis heute kann keine noch so gute Netflix-Orginal-Serie da mithalten. Angefangen mit der zweiten Staffel von Game of Thrones!

Hier wird die Handlung auf eine Weise fortgesetzt, die seinesgleichen sucht. Das fängt schon mit den fantastischen Dialogen zwischen den Intriganten am Hofe in Königsmund an. Tyrion, Cercei, Kleinfinger, Varys. Sie alle machen das aus, was Game of Thrones unter anderem so gut macht: Hervorragende Dialoge. Und davon gibt es in der zweiten Staffel mehr als genug.

Außerdem zeigt diese Staffel auch, was mit heutigen Mitteln selbst für Fernsehserien möglich ist. Mit dem Staffelfinale, der Schlacht am Schwarzwasser, liefert Game of Thrones eine der besten Fernsehfolgen in der Geschichte ab! Hochspannend, actiongeladen und emotional. So soll es sein. Und an diesen Höhepunkt konnte die Serienwelt seitdem nur selten wieder anknüpfen.

Eigentlich gefällt mir alles an dieser Staffel, es gibt kaum bis gar keine Kritikpunkte.

Platz 2: Staffel 3

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Ein Grund, warum die dritte Staffel so gut ist: Die Rote Hochzeit. (Quelle: HBO)

Und genauso geht es weiter: Die dritte Staffel ist, wie auch schon die Staffel davor, Game of Thrones in Reinform. Die Dialogszenen erleben einen neuen Höhepunkt, den sie natürlich auch der hervorragenden Buchvorlage von George R.R. Martin zu verdanken haben. Ohne diese Buchvorlage kann eine solche Serie sehr schnell sehr schlecht werden (was man ja an Staffeln sieben und acht erkennt).

Auch die Charakterentwicklungen einzelner Figuren werden hervorragend inszeniert: Allen voran fällt mir da Jamie Lennister ein, der einige seiner besten Momente in dieser Staffel hat. Aber auch Brienne, Sansa oder Robb entwickeln sich nachvollziehbar weiter.

Und natürlich darf auch das Staffelfinale, die Rote Hochzeit nicht vergessen werden. Eine Folge, die sinnbildlich für Game of Thrones steht wie kaum ein anderer Moment in der Serie. Eigentlich bietet die dritte Staffel von Game of Thrones fast nur Highlights. Und wird es mal etwas ruhiger, erleben wir erinnerungswürdige Charaktermomente und faszinierende Geschichten. Eine Staffel für die Geschichtsbücher!

Weniger geeignet für die Geschichtsbücher ist hingegen die neue Monsterkloppe aus dem Hause Warner. Godzilla vs Kong hat mir überhaupt nicht gefallen. Warum das so ist, könnt ihr in meiner Kritik hier nachlesen.

Platz 1: Staffel 4

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Mein Gesicht beim Schauen der achten Staffel. Die vierte Staffel von Game of Thrones allerdings ist unglaublich gut! (Quelle: HBO)

„Ich habe Joeffrey nicht getötet. Aber ich wünschte, ich hätte es getan!“. Damit beginnt Tyrion seine Rede in der sechsten Folge der vierten Staffel, als er wegen des angeblichen Mordes am König vor Gericht steht und sein Vater ihn am liebsten tot sehen würde. Dieser Dialog fasst eigentlich alles zusammen, was ich an dieser Staffel der HBO-Serie liebe: Emotionen, Dramatik, Spannung, Action, grandiose Dialoge und unglaubliche Schauspielkunst.

All das findet in dieser Staffel seinen Höhepunkt. Game of Thrones war nie besser und wird es nach der vierten Staffel leider auch nicht mehr werden. Aber was uns hier geboten wurde, ist einfach fantastisch! Ohne zu überschwänglich zu klingen (obwohl ich vermutlich trotzdem so klingen werde) würde ich diese Staffel und explizit einige Folgen daraus als das Beste bezeichnen, was Serien uns jemals gebracht haben.

Wo andere Serien erstmal vier oder fünf Folgen benötigen, um an Fahr aufzunehmen, beginnt die vierte Staffel von Game of Thrones direkt mit einem Highlight: Auf der Hochzeit des Königs wird ebendieser vergiftet. Nicht nur ist dieser Moment außergewöhnlich gut inszeniert, auch die gesamte Hochzeit, die in der zweiten Folge stattfindet, versprüht eine dichte und wundersame Atmospähre.

Aber die Loblieder auf diese Staffel hören damit ja nicht auf. Im Verlauf erleben wir die Nachwirkungen der Roten Hochzeit, Daenerys Aufstieg in Mereen, Arya, die sich vom Bluthund emanzipiert, Bran, der seiner Bestimmung folgt und Jon Snow, der den Konsequenzen seiner Liebe ins Auge blicken muss. Abgeschlossen wird das ganze mit einer Folge, die für viele als die beste der Serie zählt: Die Schlacht der Nachtwache gegen die Wildlinge auf der Mauer. Spannungsgeladen und voller Action werden hier neue Serienstandards sowohl erzählerisch als auch inszenatorisch gesetzt!

Und für mich persönlich sind gleich vier der zehn besten Folgen von Game of Thrones aus der vierten Staffel, was schon viel über die ausgezeichnete Qualität ebendieser aussagt. Das komplette Ranking mit meinen Lieblingsfolgen findet ihr hier.

Fazit

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Game of Thrones: Noch immer eine empfehlenswerte Serie! (Quelle: HBO)

Für viele ist Game of Thrones sehr enttäuschend zu Ende gegangen. So auch für mich. Und trotzdem will ich euch da draußen dazu ermutigen, die Serie nicht auf ihre negativen Punkte zu reduzieren. Game of Thrones zählt zu den besten Serien der Geschichte und hat das mit seinen hervorragenden ersten sechs Staffeln auch unter Beweis gestellt.

Und genau deswegen kann ich persönlich auch weiterhin die Fantasyserie aus dem Hause HBO mit gutem Gewissen weiterempfehlen. Nur immer mit dem kleinen Hinweis versehen, dass der Abschluss der ganzen Reise für viele wohl unbefriedigend zu Ende gehen wird.

Aber genau dafür gibt es ja dann die Buchreihe von George R.R. Martin, die hoffentlich bald fortgesetzt wird. Dort erwarten uns noch zwei Bücher, die hoffentlich ein besseres Ende bereithalten als die Serie. Und dennoch hat auch die Serie ihre Existenzberechtigung. Schließlich arbeitet dieses Medium mit glänzlich anderen Mitteln als ein Buch und kann bestimmten Szenen, Dialogen und auch großen Schlachten eine ganz andere Tiefe verleihen.

Was sagt ihr zu meinem Ranking? Könnt ihr euch mit der Reihenfolge anfreunden oder seht ihr das ganz anders? Schreibt es mit gerne in die Kommentare! Wenn ihr jetzt noch meine Kritik zu der Fear Street-Triologie, die vor Kurzem auf Netflix gestartet ist, lesen wollt, könnt ihr hier klicken. Und wenn euch interessiert, warum Quentin Tarantino ein Genie ist, dann klickt mal hier.

2 Gedanken zu „Game of Thrones: Die besten Staffeln der HBO-Serie

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