How to sell drugs online fast Staffel 3 Kritik: Wie gut ist die neue Staffel der deutschen Netflix-Serie?

Am Dienstag ist die dritte Staffel der deutschen Netflix-Serie How to sell drugs online fast gestartet. Doch wie lange lässt sich das Prinzip des Drogenimperiums an einem deutschen Gymnasium noch ausschlachten?

Um was geht’s?

Moritz (Maximilian Mundt) und sein an Krebs erkrankter Freund Lenny (Danilo Kamperidis) beschließen neben ihrem schulischen Leben einen Online-Marktplatz für Drogen aufzubauen, um die teure Krankenhausbehandlung von Lenny zu bezahlen. Doch im Laufe der letzten zwei Staffeln sind sie dabei auf so einige Probleme gestoßen und am Anfang der mittlerweile dritten Staffel der deutschen Serie gehen Moritz und Lenny aufgrund eines Streites getrennte Wege.

How to sell drugs online fast versteht sich als kurzweilige Serie, die von lustigen Sprüchen und dem schnellen Pacing lebt. Im Mittelpunkt der Handlung steht natürlich wie immer der Drogenhandel der Jugendlichen, der seit Beginn ihres Geschäfts immer weitergewachsen ist. Mittlerweile bekommt es die gewachsene Gang mit waschechten niederländischen Kriminellen zu tun, während langsam aber sicher die Abitur-Prüfungen immer näher rücken.

Noch dazu hat Moritz Ex einen neuen Freund, was zu ganz neuen Problemen führt. Wir haben es bei How to sell drugs online (fast) also mal wieder mit einer typischen Highschool-Serie zu tun, die mit einer besonderen Prämisse, nämlich den bösen Drogen, aufwartet, zu tun. Nur das sie eben an einem gut bürgerlichem, deutschem Gymnasium spielt und nicht an einer amerikanischen Highschool.

Eine große Zeitverschwendung

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Nichts neues, null Interessantes: Die dritte Staffel von How to sell drugs online (fast) ist eine ziemliche Zeitverschwendung. (Quelle: Netflix)

Die dritte Staffel der Netflix-Serie wartet leider mit einer Handlung auf, die belangloser und abgedroschener nicht sein könnte. Moritz hat immer noch Probleme mit dem niederländischen Drogen-Startup, während Lenny mit Beziehungsproblemen zu kämpfen hat und aufgrund seines Streites mit Moritz nun eine eigene Drogenseite aufbauen will. Dabei hilft ihm Daniel, der mittlerweile auch von dem Geheimnis der zwei Nerds weiß.

Während die erste Folge der dritten Staffel noch mit einem recht interessanten Szenario aufwartet, nämlich einem Lerncamp im Wald, an dem die angehenden Abiturienten auf ihre Prüfung vorbereitet werden sollen, lässt die Staffel mit jeder Folge an interessanter Handlung nach. Eigentlich ist die dritte Staffel von How to sell drugs online fast eine Nacherzählung der zweiten Staffel, die ja selbst schon eine Nacherzählung der ersten Staffel ist.

Uns wird nichts neues geboten, keine interessanten Handlungsstrukturen entwickeln sich und das ganze Drama rund um die Beziehungen und schulischen Probleme der einzelnen Protagonisten sind so abgedroschen, weil man genau die gleichen Dinge in sämtlichen anderen dieser Feel-Good-Coming-Of-Age-Serien ala Riverdale, 13 Reasons Why oder Baby schon tausendfach gesehen hat. Und somit ist die dritte Staffel der deutschen Serie leider eine absolute Zeitverschwendung.

Überhaupt keine Zeitverschwendung ist übrigens der ebenfalls auf Netflix zu findende Film Love, Simon, der von den Problemen eines homosexuellen Teenagers erzählt. Meine Kritik dazu gibt’s hier.

Seid ihr wirklich Schauspieler?

Und kommen wir mal zu meinem zweiten Kritikpunkt: Den Schauspielern. Ja, Maximilian Mundt als Moritz spielt seine Rolle des etwas gestörten Nerds mit dem Traum, als großer CEO durchzustarten, ziemlich gut. Aber seine Schauspielpartner? Ich weiß ja nicht. Bei sämtlichen Szenen, in denen nicht nur ausschließlich Moritz auftritt, hatte ich das Gefühl, in einem ziemlich schlechten deutschen Amateur-Theaterstück zu sitzen. Lisa, gespielt von Lena Klenke, die Ex von Moritz wirkt in den allermeisten Szenen wie ein Fremdkörper und bringt in ihrem Schauspiel keinerlei Frische mit ein. Damian Hardung, der Daniel verkörpert, hätte man die gleiche Rolle auch in einem Grundschultheaterstück geben können und ich hätte keinen Unterschied bemerkt.

Nur Lenny, gespielt von Danilo Kamperidis, sticht in manchen Momenten noch heraus. Der spielt meist überzeugend und macht seine Sache vor allem in gemeinsamen Szenen mit Moritz gut. In anderen Szenen wiederum, in denen er zusammen mit Lena Urzendowsky, die seine Freundin spielt, auftritt, merkt man die fehlende Chemie zwischen den beiden an allen Ecken und Kanten. Da hätte man sich im Casting anders entscheiden müssen.

Der Rest des Casts macht seine Sache nicht besonders gut, aber auch nicht erwähnenswert schlecht. Sehr unterdurchschnittliche deutsche Schauspielkunst eben, wie man sie von vielen Fernsehfilmen und -serien in diesem Land ja kennt.

Wer saß denn da am DJ-Pult?

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Selbst die Musik wirkt teilweise wie das Gedudel einer durchgekifften Nacht, ist aber meistens unpassend oder zu langsam. (Quelle: Netflix)

Kommen wir mal auf die Musik der dritten Staffel von How to sell drugs online fast zu sprechen. Wer war da denn am Werk, wer hat denn hier die Auswahl getroffen? Absolute B-Ware der langweiligsten Popmusik überhaupt. Noch dazu an den allermeisten Stellen unpassend oder zu langsam für die jeweilige Szene.

Es tut mir leid, das so klar sagen zu müssen, aber hier funktionieren sowohl Musikauswahl als auch Soundmixing überhaupt nicht. Und das bei einer Netflix-Serie, von denen man normalerweise ja recht hohe- zumindest technische Standards- gewohnt ist.

Fazit

Für diesen #filmfreitag habe ich leider etwas weniger Zeit gehabt, aber trotzdem habe ich mich dazu entschieden, eine erst am Dienstag, den 27.07. veröffentlichte Serie zu besprechen. Um den geneigten Leser vor dieser absolut unnötigen Zeitverschwendung zu warnen!

War die erste Staffel von How to sell drugs online fast noch relativ unterhaltsam mit einer interessanten Prämisse, fing die Langeweile schon mit der zweiten Staffel an, weil man aus der einfachen Prämisse nicht mehr allzu viel rausholen konnte. In der dritten Staffel wurde nun ein Tiefpunkt erreicht, der die Serie leider nicht mehr empfehlenswert macht. Obwohl ich eigentlich ein Verfechter des deutschen Kino- und Serienmarktes bin, kann ich mich nicht dazu durchringen, irgendetwas gutes an diesem Ungetüm einer Serie zu finden.

Und ich will hier auch gerne nochmal darauf hinweisen, dass jeder Beteiligte an dieser Serie meinen absoluten Respekt verdient hat. Ich weiß, wie schwierig die Produktion sein kann. Aber wenn dann sowas dabei herauskommt, muss man kritisieren, was zurecht kritisiert werden sollte! Wer sich die Serie trotzdem geben will oder vielleicht einfach wissen will, wie es nach der zweiten Staffel weiter geht, dem stehe ich nicht im Wege!




Bewertung

1.5 out of 5 stars

Deutlich besser gefallen hat mir übrigens die ebenfalls auf Netflix anschaubare Serie Love, Death and Robots. Die ist im Mai mit einer zweiten Staffel zurückgekehrt, zu der ich hier eine Kritik geschrieben habe, wo ich alle Folgen bewerte! Aber wenn ihr die dritte Staffel von How to sell drugs online fast schon gesehen habt, schreibt mir gerne mal eure Meinung in die Kommentare. Und falls euch diese Machwerk auch noch gefallen hat, erklärt mir bitte, wie es dazu kam! Auf eine Diskussion freue ich mich sehr.

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