Love Death and Robots Staffel 3 Kritik: Die besten und schlechtesten Folgen

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Wie auch schon letztes Jahr hat mich Staffel 3 von Love Death and Robots auf Netflix auch in diesem Jahr nur mäßig begeistert. Alle Folgen mit Bewertung findet ihr hier!

Einführung

Vor drei Jahren hat mich die erste Staffel der Netflix-Serie Love Death and Robots wirklich überrascht: Fast alle Folgen waren kreativ, witzig oder beides. Und fast alle Folgen hatten einen sehr einzigartigen Stil, da sie alle von unterschiedlichen Autoren und Regisseuren gemacht wurden. Jetzt wurde der dritte Teil der Anthalogieserie veröffentlicht.

Und wie auch der zweite Teil hat der dritte so einige Schwächen und kommt bei Weitem nicht an Teil eins heran. Trotzdem haben mir einige der insgesamt neun Folgen durchaus gefallen. Welche das sind, verrate ich jetzt:

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Folge 1: Drei Roboter- Rückzugsstrategien

love death robots staffel 3

In Folge eins der Netflix-Serie begleiten wir drei Roboter auf ihrer Reise durch eine zerstörte Welt. Die Menschen haben es scheinbar nicht geschafft, den Klimawandel auszurotten und wurden vollständig vernichtet. Im Prinzip ist diese Folge eine Fortsetzung der allerersten Folge der Serie, nämlich „Drei Roboter“. Auch da begleiten wir die drei auf ihrer Reise.

Und wie auch schon damals soll diese Folge natürlich ein Kommentar auf unsere derzeitige Gesellschaft und Politik sein. Die Menschheit hat es nicht geschafft, den Klimawandel erfolgreich zu bekämpfen. Überall auf dem nun verwüsteten Planeten gibt es Spuren des Versagens. So kommen die drei Roboter etwa an einer Ölplattform vorbei, auf der sich ein paar Superreiche verschanzen wollten, bis die Katastrophe vorbei ist. Geklappt hat das nicht.

Insgesamt versteht sich diese Folge wohl als Dekonstruktion des libertären Traums vom ewigen Wachstum. Selbst Elon Musk wird angesprochen, der sich in dieser Welt, in nicht allzu ferner Zukunft, wohl selbst retten wollte, indem er eine Kolonie auf dem Mars errichtet. Völlig zurecht fragen die Roboter, warum man denn ausgerechnet auf dem Mars, einem völlig kahlen und unbewohnbaren Planeten eine Kolonie errichten will.

Obwohl manche der Themen, die die recht kurze Folge aufgreift, bei Weitem nichts neues sind und wohl mittlerweile, zumindest in der stumpfen Form, in der es diese Folge tut, auch schon zu Genüge aufgearbeitet wurden, muss ich trotzdem sagen, dass sie mir Spaß gemacht hat. Nicht nur die Animationstechnik, sondern auch die Art und Weise, auf die unsere freundlichen Roboter inszeniert werden, hat mich angetan.

Bewertung: 2.5 out of 5 stars

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Folge 2: Schlechte Reise

love death and robots monster

In dieser Folge begleiten wir die Crew eines Piratenschiffs auf ihrer Reise durch die Ozeane, auf denen sie zum eigenen Unglück ein riesiges Seemonster aufgezwungen bekommt. Und dieses Seemonster ist hungrig und braucht Opfergaben. Also wird sich jeden Tag ums neue darum gestritten, wer dieses Mal als Abendessen für das Monster herhalten darf.

Und dabei ist diese Folge echt ganz spannend geschrieben. Denn nicht nur wird uns gezeigt, wie die Seeleute jeden Tag aufs Neue damit umgehen, einen Kameraden zu verlieren. Nein, auch der Entscheidungsprozess bis zum bitteren Ende und der Alltag auf dem Schiff, das von einem Monster bewohnt wird, wird gezeigt. An sich also eine spannende Ausgangslage und in seinen ersten zwei Dritteln auch ein Horror-Film der Extraklasse.

Allerdings wird aus dieser Ausgangslage über die Lauflänge der Folge nicht allzu viel gemacht, zum Ende hin erkennt man doch die Langwierigkeit der Episode. Darüber hinaus ist „Schlechte Reise“ anfangs zwar interessant, letztendlich jedoch eigentlich nichtssagend. Die Computereffekte sehen jedoch echt gut aus.

Bewertung: 3.5 out of 5 stars

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Folge 3: Der Puls der Maschine

netflix love death and robots 1

Als eine Reise durchs Weltall für die Crew eines Raumschiffs ein katastrophales Ende nimmt, muss sich eine einsame Raumfahrerin selbst durch die Wüsten des Jupitermonds schlagen. Auf ihrer Reise wird sie immer wieder von bewusstseinserweiternden Eingebungen heimgesucht.

Klingt spannend? Ist es auch. Mit dieser Folge zeigt Love Death and Robots endlich mal wieder, wo die Stärken der Serie liegen: In unaufdringlichem Erzählen, dass immer eine kleine Botschaft mit sich trägt und durch wunderschöne Bilder inszeniert wird. Bei dieser Folge trifft all das zu. Es geht um das Leben, die Liebe, aber auch Verlustängste, Künstliche Intelligenzen und die Weiten des Weltalls. Obwohl die Musik an manchen Stellen fast zu manipulativ ist, überzeugt die Folge auf ganzer Linie.

Bewertung: 4.5 out of 5 stars

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Folge 4: Die Nacht der winzigen Toten

Ok, was soll ich dazu noch sagen? Die Folge ist richtig dumm, macht aber unendlich viel Spaß. Denn es geht um eine Zombieapokalypse in einer Welt, die von süß kreischenden Zwergenmenschen belebt wird. Diese Folge ist eigentlich nichts besonderes und wie gesagt, sie verlässt sich auf die stumpfesten Humorsynapsen. Aber mich konnte sie damit kriegen.

Eigentlich kann man zu der Folge auch nicht mehr sagen, außer dass sie lustig ist und vor allem mal wieder unglaubliche Kreativität in der Inszenierung ihrer Welt aufweist. Alles wirkt, als hätte man eine Kamera mit ins Miniatur-Wunderland genommen und eine brutale Zombieapokalypse durch eine ansonsten friedliche Welt gejagt.

Bewertung: 4 out of 5 stars


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Folge 5: Tötet es, Team!

Und wie bei Yin und Yang muss es auch bei Love, Death and Robots nach einer fantastischen Folge auch wieder eine richtig miese geben. So geschehen mit der hier vorliegenden. Hier geht es um einen Trupp Soldaten, die von einem riesigen Bären-Cyborg gejagt werden. Mehr als stumpfe Action und nervtötendes Rumgeballere hat die Folge damit aber nicht zu bieten.

Noch dazu kann nicht mal der Zeichenstil wirklich überzeugen, bietet er doch ebenfalls eigentlich nichts, was man nicht schon gesehen hätte. Eine durch und durch vergessenswerte, schlecht inszenierte und nervige Folge, die man gut und gerne auslassen kann.

Bewertung: 1 out of 5 stars

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Folge 6: Schwärmer

Love Death Robots Staffel 3 Schwaermer 2 1

Wieder eine dieser oberflächlich so hoch philosophischen Folgen, die eigentlich nichts bemerkenswert auf dem Kasten haben. Zwei Wissenschaftler erforschen auf einem fremden Planteten das Schwarmverhalten einer mysteriösen Alienspezies. Und verlieben sich währenddessen ineinander. Ich will das Ende nicht spoilern, doch hält es einen Twist bereit, der zwar zum Thema passt, aber trotzdem deplaziert wirkt.

Letztendlich kann sich „Schwärmer“ nicht entscheiden, ob es eine Liebesgeschichte, philosophische Science-Fiction oder doch ein Action-Abenteuer sein will und schafft es so nicht, auch nur eines der drei gut hinzubekommen. Aber wie so oft gilt auch hier: Das CGI sieht hervorragend aus und auch die musikalische Untermalung ist gelungen.

Bewertung: 2.5 out of 5 stars

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Folge 7: Masons Ratten

Die Rattpokalypse ist ausgebrochen! Wortwörtlich! In der Scheune des Bauern Mason breiten sich immer mehr Ratten aus, die sich langsam aber sicher zur Plage entwickeln. Also beschließt Mason, ein Unternehmen zu beauftragen, technische Lösungen für das Problem zu entwickeln. Zunächst sind es nur Lasergeschütze, die die Ratten beseitigen sollen. Aber nach und nach rüstet der einfache Bauer seine Scheune immer mehr auf.

Bis sich die Ratten wehren und selbst die vermeintlichen Schädlingsbekämpfer angreifen. Je höher Mason seine Scheune aufrüstet, desto schlimmer schlagen die Ratten zurück. Obwohl die Prämisse der Folge eigentlich interessant klingt, wird daraus letztendlich zu wenig gemacht. Und auch die Moral der Geschichte ist fragwürdig: Am Ende verzeihen die Ratten Mason, obwohl er unzählige ihrer Art auf brutalste Weise hat umbringen lassen.

Bewertung: 2 out of 5 stars


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Folge 8: Begraben im Gewölbe

Und noch so eine Folge, die scheinbar die gleiche Vorlage wie Folge 5 hat. Wieder geht es um einen Trupp Soldaten. Wieder geht es um ein schier übermächtiges Monster, das besiegt werden will. Und wieder ist die Folge an stumpfer Action nicht zu übertreffen. Rumgeballere, langweilige Charaktere und eine oberflächlich erzählte Geschichte machen Folge 8 genauso vergessenswert wie schon Folge 5.

Einzig das wieder mal grandios gelungene CGI überzeugt mal wieder. Hier sehen die Charaktere mittlerweile fast fotorealisitisch aus, nicht ohne Grund kam die für ihre Power bekannte Unreal Engine, die sonst eher aus Videospielen bekannt ist, zum Einsatz.

Bewertung: 1.5 out of 5 stars

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Folge 9: Jibaro

netflix love death and robots jibaro

Zum Abschluss noch ein Kracher, oder? Ja, bitte, hat sich wohl auch Netflix gedacht. Jibaro handelt von einem Trupp Ritter und einer Sirene, die die Ritter mit ihrer Stimme ins Verderben zieht. Nur ist einer der Ritter taub und verfällt den Reizen der Sirene nicht. Aus dieser Ausgangssituation entspinnt sich eine kleine, aber feine Liebesgeschichte mit recht unkonventionellen Entscheidungen.

Alles in allem zeigt sich Love, Death and Robots hier mal wieder von seiner besseren Seite. Jibaro macht nicht nur Spaß, sondern lässt den Zuschauer mitunter auch etwas verstört ob der audiovisuellen Darbietung zurück. Und sieht durch die Computereffekte natürlich auch wider fantastisch aus. Mehr solcher Folgen, die sich auch mal etwas trauen, hätten der Serie ab Staffel 2 echt gut getan. Und nicht immer und immer wieder irgendwelche Soldatengeschichten und stumpfe Action ohne Mehrwert!

Bewertung: 4 out of 5 stars

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Fazit

Auch die dritte Staffel von Love, Death and Robots kann mich lange nicht so überzeugen, wie es noch die erste Staffel getan hat. Damals konnte man in fast jeder Folge neue Ideen und den künstlerischen Willen dahinter erkennen. In fast jeder Folge der anderen beiden Staffeln lässt sich zumindest erahnen, dass hier nicht mehr eine kreative Vision hinter der Folge stand, sondern der Zwang, abliefern zu müssen. Netflix bestellt neue Staffeln eben, wenn die Serie erfolgreich ist.

Selbst wenn die einzelnen Künstler hinter den Folgen mit Staffel eins eigentlich abgeschlossen hatten. Trotzdem sei darauf hingewiesen, dass man einer Serie wie Love, Death and Robots, deren Folgen meist unter 20 Minuten lang sind, qualitative Schnitzer durchaus eher verzeiht, als einem zwei Stunden langen Film. Von daher freue ich mich auch auf eine potenziell mögliche vierte Staffel, wenn diese sich mal wieder mehr traut als die zwei letzten Staffeln. Die Künstler dahinter sind ja durchaus namhaft.

Love Death and Robots kann man seit 20.05.2022 auf Netflix ansehen.

© Copyright aller Bilder bei Netflix.


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Lukas Egner

Ich bin der Gründer von filmfreitag und schaue leidenschaftlich gerne Filme und Serien aus jedem Genre. Ich bin 21 Jahre alt, studiere momentan Politik- und Medienwissenschaften und schreibe als freier Autor für verschiedene Film- und Videospielmagazine.

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8 Kommentare
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Nail
Nail
15. August 2022 19:08

Tötet es team ist echt gut nach meiner Meinung, hat echt gute 2d Animation und der sarkastisch Humor hat mir auch gut gefallen, aber die besten folge war auf jeden Fall jibaro und gleich danach schlechte Reise.

Batzon
Batzon
12. Juni 2022 23:31

Habe mir so ziemlich das gleiche zu jeder Folge gedacht. Jibaro war für mich mit Abstand die beste und auch einzig interessante Folge.

Viele Folgen waren einfach zu stumpf, klischeehaft, lieblos, durch die ich teils geskippt habe. Man merkt, dass LDR auch eher den Fokus auf die verschiedenen (visuellen) Stile legt und das ist auch in Ordnung. Visuell ist es sehr interessant, vom Storytelling her allerdings sehr enttäuschend.

Daniel
Daniel
29. Mai 2022 1:12

Es wirkt ein wenig so als hätte der Autor den Übergeordneten Ansatz der Staffel nicht ganz verstanden. Die Kritik am Umgang mit den uns zur Verfügung stehend Ressourcen.
Natürlich kann man jede Folge für sich stehend handwerklich bewerten. Das ist bei Love, Death and Robots aber (meiner Meinung nach) der falsche Ansatz. Auch Folgen wie „Masons Ratten“ oder „Töte es, Team“ sind eben mehr als stumpfe Gewaltorgien und haben im Kontext durchaus ihre Daseinsberechtigung.

Patrick
Patrick
28. Mai 2022 22:32

Uff… Bei den meisten Geschichten scheint der Autor den Kern nicht erfasst zu haben – oder es fehlt Backgroundwissen.

Sicher nicht so stark wie Staffel 1 – aber deutlich besser als Staffel 2. Für Genrekenner (Romero, Lovecraft, Virus …) sind auch zahlreiche Anspielungen versteckt.

Dustin Suchan
Dustin Suchan
Reply to  Lukas Egner
13. Juni 2022 16:00

Ich habe auch Ihre Kritik zur Folge mit dem Titel „Schwärmer“ nicht nachvollziehen können wie kann dort einem das Thema Liebesgeschichte einfallen wenn die Charaktere eindeutig nur Geschlechtsverkehr hatten. Von einer Liebesgeschichte erwartet man mehr als bloßes befriedigen von Körperlichen Bedürfnissen. Zumal die Geschichte ein klaren Fokus auf die bloße Natur des Menschen legt sprich : Machtfantasie, Forschungsdrang, Überlebenswille, Kontrolle und Hochmütigkeit. Um nur ein paar zu nennen, wundert mich das Ihnen das entgangen ist.

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