Kritik zu Mission Impossible 7: Ethan Hunt auf Abwegen

Irgendwann musste die Erfolgsserie ja mal brechen: Bisher ist Mission Impossible mit fast jedem Teil der Reihe besser geworden. Dead Reckoning Teil 1 bricht jetzt mit dieser Tradition und hat mich enttäuscht, aber trotzdem irgendwie glücklich im Kinosaal zurückgelassen. Mehr lest ihr jetzt in meiner spoilerfreien Kritik zu Mission Impossible 7.

Lesezeit: ca. 7 Minuten

Filmkritik zu Mission Impossible 7: Dead Reckoning Teil 1

Wer auch immer sich diesen halsbrecherisch langen Titel für einen Film ausgedacht hat, gehört hinter Gitter. Wie auch immer: In Hollywood ist es ja mittlerweile Tradition, die großen Finales von Filmreihen auf zwei Filme aufzuteilen. So geschehen bei Harry Potter und Die Tribute von Panem, und jetzt eben auch mit Ethan Hunts (vermeintlich) letzter Mission: Dead Reckoning Part 1 und 2.

Nachdem der IMF-Agent im letzten Teil (und eigentlich auch in jedem Teil davor) die Welt vor dem Untergang gerettet hat und gleichzeitig mit seiner Frau (zumindest kurzzeitig) wieder vereint wurde, bekommt es Ethan Hunt (Tom Cruise) im neuesten Teil der Mission Impossible Reihe nicht nur mit neuen menschlichen Gegenspielern zu tun, sondern gleich mit einer weltumspannenden, allwissenden und kaum zu stoppenden Künstlichen Intelligenz. 

Ganz dem aktuellen Zeitgeist entsprechend greift der neuste Film der Reihe also Themen wie Moral, Selbstbestimmung und Menschlichkeit im Zeitalter von künstlicher Intelligenz, ala ChatGPT oder Google Bard auf. Ethan Hunt bekommt den Auftrag, die abtrünnige und weltweit gesuchte MI6-Agentin Ilsa Faust (Rebecca Ferguson) in der arabischen Wüste zu finden und einen mysteriösen Schlüssel sicherzustellen. Wie sich herausstellt, ist dieser Schlüssel einer von zwei Teilen, die gebraucht werden, um eine weltumspannende und von allen Regierungen gejagte KI zu kontrollieren, die “Entität”.

Allerdings haben es auch andere, moralisch eher fragwürdige Gestalten auf die mächtige KI abgesehen. Und so entspinnt sich eine Jagd auf die zwei Schlüsselteile und die mögliche Kontrolle über einen Super-Computer, der Weltkriege auslösen könnte. Wieder mit von der Partie sind auch Luther (Ving Rhames) und Benji (Simon Pegg), die Ethan Hunt bei seiner Mission, sollte er sie annehmen, unterstützen…

Der letzte Action-Held

Mission Impossible. Das ist nicht nur ein Name für einen Film, das ist auch eine Institution. Eine Institution des Action-Kinos. Eine der letzten Bastionen desselben, möglicherweise. Nachahmer gibt es viele, im März etwa lief Kapitel 4 eines Films namens John Wick im Kino, der sich gerne Ethan Hunt genannt hätte, aber wohl nie an die Klasse des IMF-Agenten herankommen würde. 

Oder? Schließlich definiert sich Mission Impossible seit jeher durch seine Action-Szenen. Durch die gefährlichen Stunts, die beeindruckenden Verfolgungsjagden und die spannenden Schusswechsel. Nicht zuletzt deswegen inszeniert sich Tom Cruise in diesen Filmen als letzter verbliebener Action-Held. Er macht seine Stunts schließlich noch selbst. 

Und was für Stunts das sind. Schon als ich vor zwei Wochen Indiana Jones und das Rad des Schicksals im Kino gesehen habe, lief davor ein mehrminütiger Trailer zu Mission Impossible 7. Aber in diesem Trailer wurde nicht etwa die Handlung angeteasert oder ein paar richtig heftige Momente aus dem Film gezeigt. Nein, in diesem Trailer redeten Cruise und sein, seit Mission Impossible: Rouge Nation mit an Bord gebrachter Regisseur, Christopher McQuarrie zum Publikum. 

Und sie redeten darüber, wie echt Mission Impossible 7 doch sei. Das alle Stunts echt seien. Das Cruise echt mit einem Motorrad über eine Klippe springt und dann einen echten Fallschirm aufmacht, um richtig echt mehrere hundert Meter in die Tiefe zu stürzen. Darauf sind die beiden stolz. Das soll die Zuschauer in die Kinos locken. Schließlich gibt es nicht mehr viele Filme, die das tun. Hollywood steckt seit Jahren in der Krise und gerade das Spekakelkino konnte lange Zeit nicht mehr vorweisen als lahme Computereffekte und zerschnittene Action-Szenen.

Schon mit Top Gun: Maverick hat Tom Cruise gezeigt, dass er es noch kann. Dass er noch Millionen von Menschen ins Kino locken kann. Der Film war schließlich ein Milliarden-Erfolg. Auch mit dem neusten Mission Impossible will er das nun schaffen. Als letzter verbliebener Action-Held einer Ära, die nach ihm zu enden scheint. Gelungen sind ihm und seinen Mit-Schauspielern die Stuns und die Action jedenfalls. Mission Impossible: Dead Reckoning Part 1 ist ein genialer Action-Streifen mit allem, was man von der Reihe erwartet. Und trotzdem fangen gerade da die Probleme an: Bei der Erwartungshaltung…

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Mission: Kinnlade ganz weit runter!

mission impossible 7 action bewertung

Typisch für Mission Impossible sollte man den Fokus zuallererst auf die Action legen, denn die macht diese Filmreihe wie nichts anderes aus. Und genau deswegen will ich darauf auch als erstes in dieser Kritik eingehen. Spätestens mit dem vierten Teil der Reihe hat sich Mission Impossible nämlich als eine der, wenn nicht die Filmreihe mit den besten Action-Setpieces und Stunts etabliert.

Wir kennen sie alle, die unvergesslichen Momente aus Ethan Hunts Karriere: Die Kletterpartie auf dem Burj Khalifa, dem höchsten Gebäude der Welt in Teil vier. Das startende Flugzeug, an das sich Tom Cruise in Rouge Nation dranhängt. Oder die rasante Motorrad-Verfolgungsjagd durch die Innenstadt von Paris in Teil sechs.

Genau solche ikonischen Szenen hat auch Dead Reckoning Part 1 wieder. Schon im Trailer sah man, wie Cruise in den österreichischen Alpen mit einem Motorrad von einem Berggipfel springt und dann seinen Fallschirm öffnet. Und auch sonst hat Mission Impossible 7 wieder so einige Momente zu bieten, in denen sich dem geneigten Zuschauer sicherlich die Kinnlade herunter reißt. 

Trotzdem hat mir in diesem Film irgendetwas gefehlt. Ich kann nicht genau benennen, was das ist. Nur, dass ich in vielen Action-Szenen den “Impact” vermisst habe. Klar, all die krasse Action wird wieder phänomenal inszeniert, es wird mit der Kamera draufgehalten, statt alles zu zerschneiden, wie es im zeitgenössischen Blockbuster-Kino gerne der Fall ist. Auch die laute, pochende Musik trägt zur Spannung bei. 

Und trotzdem wirken viele der Action-Setpieces austauschbar. Ich glaube, das ist es, was mir gefehlt hat. Die Einzigartigkeit. Ethan Hunt rennt, springt, schießt und schleicht. Schön und gut. Aber das ist nichts, was wir nicht schon aus vorherigen Teilen kennen. Bis auf die oben angesprochene Szene, die wir aus dem Trailer schon kennen, ist mir kein einziges Action-Setpiece so richtig im Kopf geblieben. 

Alles wirkt austauschbarer, könnte so auch in anderen Action-Filmen vorkommen. Warum braucht es beispielsweise zwei Auto-Verfolgungsjagden hintereinander, die den Film nur in die Länge ziehen. Hätte nicht eine gereicht? Viele mögen das jetzt sicherlich anders sehen, aber in mir haben die meisten Action-Szenen in Mission Impossible 7 nicht mal mehr Spannung ausgelöst. Und das ist für einen solchen Film wahres Gift…


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Wer hat das Drehbuch geschrieben? Etwa ChatGPT?

Stichwort: Austauschbar. Auch das Drehbuch von Mission Impossible 7 ist austauschbar. Hier tritt wieder einmal genau das Problem zu Tage, dass die Action-Reihe eigentlich seit ihrem ersten Teil von 1996 plagt: Das Drehbuch ist in seiner Struktur immer gleich. Jeder Teil erzählt im Prinzip die gleiche Geschichte. Es geht immer um irgendein wertvolles Objekt, das in den falschen Händen die Welt bedrohen könnte.

Solche McGuffins, also mehr oder weniger beliebige Objekte oder Personen, die in einem Film nur dazu dienen, die Handlung und Motivation unserer Figuren auszulösen oder voranzutreiben, gibt es in jedem Mission Impossible. Einmal ist es eine Atombombe, dann wieder ein Schwerverbrecher, der gestoppt werden muss. In Dead Reckoning Part 1 sind es nun eben die beiden Schlüsselobjekte, die zur Kontrolle über eine Künstliche Intelligenz benötigt werden. 

Dass mit solchen Mitteln in Action-Filmen gearbeitet wird, ist nichts Neues. Und es wäre auch nicht weiter verwerflich, wenn zum typischen, altbekannten Handlungsmuster, das das Drehbuch vorgibt und nur dazu da ist, die Action-Setpieces in eine halbwegs funktionierende Geschichte einzubauen, nicht auch noch unsägliche Dialoge und immer abwegigere Story-Verzweigungen dazu kämen. In Mission Impossible reden die Figuren in einem bitterernsten Ton miteinander, über Dinge, die abstruser nicht sein könnten.

James Bond oder John Wick machen es doch vor: Man kann eine völlig Over-The-Top Handlung schreiben und die Figuren auch dementsprechend humorvoll darauf reagieren lassen. Aber in Mission Impossible 7 wird alles so bitterernst genommen, dass es einfach nur noch lächerlich wirkt. Und der Humor, den sich der Film erlaubt, ist ohne Taktgefühl einfach nur da, um da zu sein. 

Die Handlung von Mission Impossible 7 ist absurd. Das allein wäre nicht schlimm, schließlich erwarten wir von einem Action-Film ja kein Shakespear-Drama. Aber die Handlungsträger wirken durch ihre Ernsthaftigkeit und ihr bedeutungsschwangeres Schauspiel einfach nur deplatziert. Und der eingesetzte Humor mag vielleicht Marvel-Fans begeistern, sonst aber auch niemanden.

Und so wirkt Dead Reckoning Part 1 an vielen Stellen wie von einer tatsächlichen Künstlichen Intelligenz geschrieben. Nicht nur die eigentliche Geschichte, sondern vor allem die selten dämlichen Dialoge. Ein Rätsel etwa: “Was kommt immer näher, aber nie an?” “Morgen”. Na herzlichen Dank. Oder: “Diese Mission ist unser Leben wert”. Woraufhin Ethan antwortet: “Das kann ich nicht akzeptieren”. 

Die Dialoge sind entweder vollkommen absurd oder mit viel zu viel Pathos aufgeladen. Aber echte menschliche Interaktionen stellen sie auf keinen Fall dar. Eher genau solche vermeintlich menschlichen Interaktionen, wie sie sich auch eine KI wie Google Bard oder ChatGPT vorstellen und erdenken würde.

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Ethan Hunt und die Frauen

mission impossible 7 tom cruise hayley atwell

Schon seit den Anfängen der Mission Impossible Reihe bekommt Ethan Hunt immer auch mindestens eine weibliche Agentin bzw. Love Interest an seine Seite gestellt. In den ersten beiden Filmen werden die Frauenfiguren oft noch sehr problematisch dargestellt. Das reicht von Sexismus über Stereotypisierung und der Damsel in Distress, die natürlich nur von Ethan Hunt gerettet werden kann. Mehr dazu lest ihr in meinem Ranking aller Mission Impossible Filme, in dem ich auf jeden einzelnen im Detail eingegangen bin.

Jedenfalls bekamen wir mit Teil drei dann erstmals eine ernstzunehmende Beziehung präsentiert. Julia (Michelle Monaghan) und Ethan sind ein Paar, was zu mannigfaltigen Problemen im Agenten-Leben von Hunt führt. Letztendlich trifft er die schwere Entscheidung, sein Leben nicht mit einer ernstzunehmenden Beziehung weiterführen zu können. Bis Julia in Teil sechs dann doch wieder auftaucht und mir hier sehr gut gefallen hat.

Leider wird sie in Teil sieben jetzt gar nicht mehr erwähnt. Etwas enttäuschend. Noch enttäuschender ist, dass wir mit Dead Reckoning Part 1 in Sachen Frauenrollen jetzt wieder in die 90er zurückkehren. Sowohl Ilsa Faust (Rebecca Ferguson), die in Rouge Nation und Fallout so fantastisch war, als auch Grace (Hayley Atwell) werden zu Nebencharakteren degradiert, die Ethan Hunt entweder nur als Stichwortgeber dienen oder die er gleich ganz in “der Prinz rettet die Prinzessin”-Manier aus misslichen Lagen befreien muss. Emanzipation im Action-Kino sieht anders aus.

Den Frauenfiguren im Film, und dazu zählen auch die Weiße Witwe (Vanessa Kirby) und Paris (Pom Klementieff), wird wenig Raum zur Gestaltung gegeben. Sie hängen von ihren männlichen Counterparts ab und werden entweder als Postbote oder hysterische Auftragsmörderin inszeniert. Hier geht definitiv mehr, ein solches Weltbild sollte von großen Filmen nicht mehr propagiert werden. Vor allem deshalb, weil es die drei Vorgänger ja schon besser gemacht haben.

Zum Ende hin gibt es auch eine Szene, die mich fast fassungslos zurückließ, weil hier mit einer Frauenfigur, bezogen auf ihre Geschichte und Beziehung zu Hunt, so rücksichtslos umgegangen wird, dass es mir fast schlecht wurde. Aus Spoilergründen will ich hier nicht zu viel verraten. Nur so viel sei gesagt: Die Art und Weise, mit der hier mit einer der, wenn nicht gar der besten Frauenfiguren im Franchise umgegangen wird, ist desaströs und unwürdig. Sorry für diesen kurzen Rant, aber das musste einfach mal raus.


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Ethans Vergangenheit und ein blasser Bösewicht

Ach ja, fast hätte ich es vergessen: Mit Mission Impossible 7 wird Ethans Vergangenheit mit einem mysteriösen Gabriel (Esai Morales) näher beleuchtet. Diese Vergangenheit soll dazu dienen, sowohl Ethan als auch den Gegenspieler zu motivieren, wirkt aber reichlich weit hergeholt und hastig zusammengeschrieben.

Das macht auch Gabriel als einen der Antagonisten nicht besser. Der bleibt viel zu blass und hat mich mal so gar nicht überzeugt. Auch die viel größere Bedrohung, von der Gabriel nur ein Handlanger sein soll, ging mir irgendwann sehr auf die Nerven: Die Entität, eine außer Kontrolle geratene Künstliche Intelligenz, die Weltkriege auslösen kann. 

Die könnte zwar theoretisch eine große Bedrohung darstellen, so wie sie in diesem Film allerdings erklärt und inszeniert wird, ist sie nicht mehr als eine weitere, weltweite Bedrohung für die Menschheit, die Ethan natürlich stoppen muss. Das blöde Geschwätz über diese “eNtiTät” ging mir irgendwann so auf die Nerven, dass ich, wäre dieser Name noch ein paar Mal mehr gefallen, den Kinosaal verlassen hätte. 

Denn eigentlich ist die Prämisse rund um diese KI ja spannend: Was würde passieren, wenn wir sämtliche militärischen oder politischen Entscheidungen einem amoralischen Computer überlassen würden? Würde er uns als Menschheit näher zusammenbringen oder doch noch weiter spalten? Würde er Kriege auslösen oder beenden? Würde er vielleicht sogar uns als Menschheit als Bedrohung klassifizieren und vernichten wollen?

All diese Fragen wirft der Film kurz auf, nur um sie dann für den Rest seiner Laufzeit zu ignorieren und aus der Entität einen weiteren, blassen Antagonisten zu machen. Dabei hätte diese KI so viel mehr Potenzial gehabt, gerade deswegen, weil die Zeit ja da wäre, um aus der Ausgängsprämisse eine spannende filmübergreifende Handlung zu erzählen. Denn Mission Impossible 7 ist nur der erste Teil des großen Finales der Reihe. Und mit einem so aktuellen Bezug wie einer Künstlichen Intelligenz als Bösewicht hätte man so viel mehr machen können.

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Ein viel zu lang gestreckter Film

mission impossible 7 dead reckoning part 1

Abschließend will ich noch kurz (haha) auf die viel zu lange (haha) Laufzeit von Mission Impossible 7 eingehen. Während vor allem die neueren Teile, angefangen mit Teil drei, großen Wert auf ein gutes Pacing legen, das uns als Zuschauer nie langweilt, ist das im neuesten Teil der Reihe nicht ganz so gut gelungen. Zwar haben wir immer noch die aufwendigen Action-Szenen, die für sich genommen fast immer sehr gut funktionieren.

Allerdings ist das Pacing deutlich weniger gut gelungen als noch in den Vorgängern. Stellenweise wirkt Dead Reckoning Part 1 orientierungslos und gestreckt. Immerhin ist der Film mit fast 2 Stunden und 45 Minuten auch deutlich zu lang für das, was er sein will: Nämlich ein Action-Film. Und dafür hätte er locker um 30, vielleicht sogar 40 Minuten gekürzt werden sollen.

Nicht nur merkt man dem Film an, dass hier zwanghaft irgendwelche Action-Setpieces hineingeschrieben wurden, die den Film in die Länge ziehen sollen. Er wirkt an vielen Stellen auch weniger durchdacht und orientierungsloser in seiner Inszenierung. Das haben die Vorgänger besser gemacht. An die ersten 10 Minuten Hochspannung kommt der Film den Rest seiner Laufzeit kein einziges Mal mehr heran. 


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Fazit: Ein enttäuschender, aber kein absolut schlechter Film

Mission Impossible 7 ist kein schlechter Film per se. Nein, aber er ist ein enttäuschender Film. Gerade, weil man von der Handlung, den Figuren und den Dialogen bei einer solchen Prämisse einfach mehr erwartet. Auszugleichen versucht der Film diese Enttäuschungen mit seiner bildgewaltig und audiovisuell beeindruckend inszenierten Action, die aber trotzdem irgendwie den Impact und die Klasse alter Zeiten vermissen lässt. 

Mission Impossible 7: Dead Reckoning Part 1 ist kein schlechter Film. Er ist handwerklich gut gemacht, einige Szenen und Action-Setpieces funktionieren für sich genommen wirklich gut. Aber insgesamt betrachtet ist Teil sieben kein runder Film und für mich persönlich seit Mission Impossible 3 der schlechteste Film der Reihe. Eine oftmals doch sehr holprige Inszenierung, ein Drehbuch mit verschenktem Potenzial, eine Handlung, die nur noch um die Action herum geschrieben wurde, ein viel zu ernstes Schauspiel und Dialoge, die viel zu oft absoluter Müll sind, hinterlassen einfach keinen stimmigen Eindruck. 

Während alle Teile seit Ghost Protocol die Schwächen im Drehbuch und der Handlung mit krassen Stunts und beeindruckend inszenierter Action ausgleichen konnten, schafft Teil sieben das nur bedingt. Ethan Hunt kämpft sich zwar wieder durch einige beeindruckende Setpieces, wirklich im Kopf bleibt aber nur ein Stunt. Und der wurde im Trailer schon zur Genüge ausgeschlachtet. Mein Problem ist jetzt nur eins: Ich hatte trotzdem meinen Spaß mit Mission Impossible 7. Wie soll ich den Film also bewerten? Eine schwierige Angelegenheit. 

Sagen wir es mal so: Wer Mission Impossible: Fallout wegen der grandiosen Inszenierung und dem hervorragenden Pacing liebt, der wird mit Dead Reckoning Part 1 so seine Probleme haben. Wer Tom Cruise mag und auf hirnlose Action steht, der wird hier aber sicherlich gut unterhalten. Man merkt schließlich trotz aller Schwächen immer noch, dass hier ein Millionen-Budget und eine Leidenschaft für Action-Filme dahintersteckt.


Mission Impossible 7: Dead Reckoning Part 1 ist kein schlechter Film. Er ist handwerklich gut gemacht, einige Szenen und Action-Setpieces funktionieren für sich genommen wirklich gut. Aber insgesamt betrachtet ist Teil sieben kein runder Film und für mich persönlich seit Mission Impossible 3 der schlechteste Film der Reihe. Eine oftmals doch sehr holprige Inszenierung, ein Drehbuch mit verschenktem Potenzial, eine Handlung, die nur noch um die Action herum geschrieben wurde, ein viel zu ernstes Schauspiel und Dialoge, die viel zu oft absoluter Müll sind, hinterlassen einfach keinen stimmigen Eindruck. 

Letterboxd ->

Bewertung:

3


Mission Impossible: Dead Reckoning Part 1 startet am 13. Juli 2023 in den deutschen Kinos.

© Copyright aller Bilder bei Paramount Pictures.

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Lukas Egner

Ich bin der Gründer von filmfreitag und schaue leidenschaftlich gerne Filme und Serien aus jedem Genre. Ich bin 21 Jahre alt, studiere momentan Politik- und Medienwissenschaften und schreibe als freier Autor für verschiedene Film- und Videospielmagazine.

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Manne
Manne
10. August 2023 9:38

Mission Impossible 3 ist der für dich schlechteste Teil? Nicht 2?

Grundsätzlich sehe ich 7.1 auch eher im Mittelfeld, aber die Kritik an plumpen Dialogen („absoluter Müll“) finde ich etwas übertrieben. Du schreibst ja selbst, dass es in der Reihe um Action geht – diese steht hier im Fokus. Die Kritik von dir, dass es „hirnlose Action“ ist steht da auch etwas im Widerspruch.

Jeremy Süssle
Jeremy Süssle
2. August 2023 23:00

Vielen Dank für diese sehr ausführliche Filmkritik. Ich liebe ebenfalls Filme unterschiedlichster Genre und gehe im Anschluss immer sofort ins Internet, um mir verschiedene Filmkritiken durch zu lesen. Und es war wie verhext. Auf den einschlägigen Seiten wie zum Beispiel Filmstarts.de hat man gefühlt keine ehrlichen Kritiken gefunden. Ob auf YouTube Oder anderen Seiten. Alle haben diesen Film unheimlich gehyped und gelobt und keinen einzigen Kritikpunkt geäußert. Als wäre alles gekauft gewesen. Ich liebe die… Weiterlesen »

Schnittker
Schnittker
Reply to  Jeremy Süssle
12. August 2023 15:05

Moin, genauso geht es mir auch, überall dieser übertriebene Hype,als wenns was umsonst dafür gäbe. Bin nur mit dem schlechtesten Teil nicht zufrieden „Teil 3“. Für mich war der schlechteste ganz klar Teil 2, in Teil 3 war ein Philipp S. Hoffmann der Schurke, der für mich beste Schurke überhaupt. Ansonsten stimme ich der ausführlichen Kritik 100% zu, habe mich mehrmals dabei erwischt auf die Uhr zu schauen, da teilweise die unendlichen Dialoge genervt haben.… Weiterlesen »

Peter Erlebach
Peter Erlebach
24. Juli 2023 23:14

Stimmt Alles! Die sollten das Konzept einstampfen!

Nils
Nils
16. Juli 2023 19:18

Sehr spannende Filmkritik. Ich mochte den Film sehr gern und fand’s daher im Vergleich sehr interessant, deine Kritikpunkte zu lesen – und ich kann deine Sichtweise sehr gut nachvollziehen.Gerade das Racing war wirklich schlecht, da hätte man gut nochmals runterwürgen könne, gerade auch wenns um Pseudo-Emotionalität zwischen manchen Charakteren geht. Das hat meiner Meinung mach schon beim letzten Craig-Bond 0 funktioniert.Am Ende hängt natürlich auch noch viel an Teil 2, der dann hoffentlich auch ein… Weiterlesen »

Last edited 11 Monate zuvor by Nils
Nils
Nils
Reply to  Nils
16. Juli 2023 19:21

puuh, schlimme Autokorrektur-Fehler drin 😶‍🌫️
statt Racing natürlich Pacing und runterkürzen nicht runterwürgen 😀