Die besten & schlechtesten Star Wars Filme: Das große Ranking Teil 1


Für Star Wars Fans waren die letzten Jahre nicht gerade einfach: Zwar gab es immer wieder Highlights, wie etwa The Mandalorian oder die finale Staffel von The Clone Wars. Aber gerade die großen Kinofilme haben viele enttäuscht. In meinem Ranking erfahrt ihr, welche Star Wars Filme meiner Meinung nach die besten und welche die schlechtesten waren. Hier geht’s zu Platz 6-1.

Platz 11: Star Wars Episode 9- Der Aufstieg Skywalkers

Star Wars Episode 9

Auf dem letzten Platz und damit auch als schlechtester Film der Hauptreihe von Star Wars landet Episode 9. Der Aufstieg Skywalkers war und ist ein hochumstrittener Eintrag in der langen Liste an Filmen aus einer weit, weit entfernten Galaxies. Als Abschluss der Skywalker-Saga sollte er eigentlich das große Finale einer über Generationen erzählten Geschichte sein. Und das ist wortwörtlich zu nehmen: Was 1977 mit dem ersten Krieg der Sterne begann, sollte 2019 von J.J. Abrahams abgeschlossen werden. Aber noch mehr als Episode 8 spaltet der Film die Fans: Die einen mögen ihn, die anderen hassen ihn.

Ich würde nicht sagen, dass ich Episode 9 per se hasse. Viel mehr löst er in mir eine Art Leidenschaftslosigkeit aus. Denn der Film selbst ist ein absolutes Chaos, versucht ständig zwischen zwei Extremen herumzuwandern: Auf der einen Seite gibt es absolut unnötigen Fanservice an jeder Ecke. Auf der anderen Seite scheinen die Autoren des Films selbst nicht allzu viel Ahnung vom Universum zu haben, für das sie schreiben. Bestes Beispiel: Als unsere Helden von Sturmtruppen der Ersten Ordnung in die Wüste verfolgt werden, ruft Poe Dameron (Oscar Isaac) ganz erstaunt, dass der Feind jetzt fliegen könnte, als einer der Sturmtruppen ein Jetpack benutzt. Dass es fliegende Truppen schon seit Jahrzehnten im Star Wars Universum gibt, scheint Poe vergessen zu haben.

Neben den unlogischen, undurchdachten und chaotischen Drehbuchentscheidungen werden aber auch die Charaktere nicht zufriedenstellend entwickelt. Natürlich könnte man jetzt dem vorherigen Film vorwerfen, die Charaktere eben erst in die Ausgangslage für diese Episode gebracht zu haben. Aber man merkt einfach an jeder Stelle, dass hinter der neuen Star Wars-Triologie kein durchdachter Plan gesteckt hat. Und auch die äußerst fragwürdigen Drehbuchentscheidungen, etwa die plötzliche Rückkehr des Imperators oder der „Tod“ von Chewbacca trüben das eh schon durchwachsene Bild vom Film noch mehr.

Alles in allem ein schlechter Film. Nicht nur werden Fans durch das enttäuschende Ende einer generationenübergreifenden Saga im Regen stehen gelassen. Auch der normale Kinogänger wird durch fragwürdige Drehbuchentscheidungen, undurchdachte Charakterentwicklungen und teils chaotische Actionszenen ums Kinoticket betrogen.



Platz 10: Star Wars Episode 1- Die Dunkle Bedrohung

Was war ich als Kind aufgeregt, als ich das erste Mal Star Wars im Fernsehen sah. Glücklicherweise lief damals der allererste Film der Saga, nämlich Episode 4. Als 2012 aber Die Dunkle Bedrohung als 3D-Film nach 13 Jahren nochmals in die Kinos kam, habe ich mich gefreut wie ein kleines Kind, was ich damals ja auch noch war. Denn die ersten drei Filme der Orginaltriologie hatte ich verschlungen und war gierig nach mehr. Also ging es mit meinem Vater in den für mich neuen Film. Und was soll ich sagen: Damals hat mir das alles ganz gut gefallen. Als kleiner Junge war ich natürlich noch fasziniert von den Lichtschwertern, den Raumschiffen und den coolen Kostümen.

Als ich mir Episode 1 vor Kurzem nochmal angeschaut habe, habe ich aber so einige Dinge erkannt, die diesen Film so weit unten im Ranking platzieren: Klar, die Geschichte ist übermäßig komplex, weil sie so viele unnötige politische Debatten im Senat mit einer langweiligen Ausgangssituation vermischt. Als Kind kann man diese Schwächen der Geschichte getrost ignorieren, wenn einem der Rest des Films gefällt. Aber in der Nachbetrachtung fällt das einfach negativ auf.


Auch interessant:


Trotzdem erkennt man in diesem Film eine Vision, die George Lucas hatte. Die drei Filme der Prequel-Triologie sind von langer Hand geplant und inszeniert. Und das merkt man auch. Die neue, alte Welt, in der uns die Filme der Prequel-Triologie entführen, ist faszinierend und wurde im Vergleich zu den orginalen Filmen an den richtigen Stellen erweitert. Die Performances von einigen der Schauspieler, allen voran Ian McDiarmind als Kanzler Palpatine und Ewan McGregor als Obi-Wan-Kenobi lassen schon vermuten, wo die Reise der Sternensaga hingeht. Auch die visuellen Effekte waren für die damalige Zeit wegweisend.

Trotzdem schwächelt der Film an so vielen anderen Stellen. Wie oben schon beschrieben ist die Geschichte nicht besonders spannend. Aber auch einige der Charaktere werden fragwürdig eingeführt, so etwa der junge Anakin Skywalker (Hayden Christensen). Und die wohl größte Schwäche, die alle drei Prequel-Filme gemeinsam haben und die wohl allein die Schuld von George Lucas sind: Die Dialoge. Die funktionieren nämlich überhaupt nicht. Alles, was gesprochen wird, wirkt unnatürlich. Manchmal noch mittelmäßig, an manchen Stellen aber einfach nur zum Abschalten. Was sich Lucas, der ja für das Drehbuch verantwortlich ist, bei diesen seltsamen, manchmal auf sonderbare Weise shakespearhaften Dialogen gedacht hat, ist mir bis heute unbegreiflich.

Allen voran dann, wenn man bedenkt, dass dieser Film ja auch für Kinder gemacht wurde, was man zum Beispiel an der Einführung eines Sidekicks namens Jar Jar Binks erkennt. Dann ergibt die Entscheidung für solche oft hölzerne und viel zu komplexe Dialoge und eine langweilige, von unnötigen politischen Debatten geprägte Handlung, noch weniger Sinn. Ich glaube, dieser Film ist hauptverantwortlich für das Image der Prequel-Filme, dass ihnen bis heute nachhängt.

Anzeige

Platz 9: Solo- A Star Wars Story

solo a star wars story

Zum nächsten Eintrag in diesem Ranking muss man eigentlich nicht viel schreiben. Denn Solo- A Star Wars Story gibt nicht viel zum schreiben her. Mich hat der Film absolut kalt gelassen. Er ist kein wirklich schlechter Film, aber eben auch nichts besonderes. Dieser Streifen ist einfach ein weiterer Versuch, aus der Marke Star Wars möglichst viel Geld zu ziehen. Und bei diesem Film hat es erstmals nicht geklappt. Weder im Kino noch bei Fans war er ein Erfolg. Und das vollkommen zurecht.

Niemand hat nach der Vorgeschichte von Han Solo gefragt. Niemand wollte wissen, was vor Episode 4 mit ihm passiert ist, weil das Mysteriöse und Anrüchige seinen Charakter eigentlich definiert hat. Aber jetzt haben wir eben diese Geschichte und der Film ist eben ein recht einfach gestrickter Heist-Film mit Überlänge. Die Charaktere sind allesamt vergessenswert, die Handlung etwas wirr erzählt und die Inszenierung wirkt ideenlos. Das kommt auch nicht von Ungefähr, wurde doch der Regisseur in der Mitte des Films ausgetauscht.

So entsteht ein mittelmäßiger Film, der niemanden wirklich weh tut, nach dem aber auch keiner gefragt hat.

Platz 8: Star Wars Episode 8- Die letzten Jedi

Und weiter geht’s mit einem umstrittenen Film: Die letzten Jedi hat wohl wie kein zweiter Film aus dem Franchise die Fans und Kritiker gespaltet. Denn auf der einen Seite hat dieser Film wie auch Episode 9 einige Charaktere in eine Richtung entwickelt, die viele Fans nicht gerne gesehen haben. So wird meiner Meinung nach der Charakter von Luke Skywalker in diesem Film zerstört. Nicht nur trifft er vollkommen konträre Entscheidungen, die seinem in Episode vier bis sechs etablierten Charakter widersprechen. Er hält es beispielsweise für angebracht, Ben Solo schon beim ersten Anzeichen der dunklen Seite in ihm zu ermorden. In Episode sechs hat er bis zum Schluss an das Gute in seinem Vater, in Darth Vader geglaubt. Und jetzt versucht er einen Teenager zu ermorden.

Auch sein Umgang mit Rey und allgemein das Verhalten von Luke in diesem Film widersprechen allem, was wir über ihm wissen. Und dann wäre da noch die Handlung rund um die Rebellenallianz. Rund um eine Verfolgungsjagd im Weltraum, die eigentlich keinen Sinn ergibt und den Regeln des Universums widerspricht. Und natürlich das „Abenteuer“ mit Finn und Rose auf einem Casinoplaneten, das nichts Halbes und nichts Ganzes ist. Wieder einmal enttäuscht das Drehbuch und die Charakterentwicklung.

Was man dem Film zugutehalten muss, sind die visuellen Effekte und die Kameraarbeit, die immer wieder Bilder einfängt, die man sich problemlos als Kunstwerke an die Wand hängen könnte. Hier zeigt sich das Talent von Rian Jonson, dem Regisseur des Films, der eigentlich so einiges auf dem Kasten hat, hier aber leider in die völlig falsche Richtung abgebogen ist.

Anzeige

Platz 7: Star Wars Episode 2- Angriff der Klonkrieger

Star Wars Episode 2

Die wohl beste Sache, die man über diesen Film sagen kann, ist, dass er dafür verantwortlich ist, dass wir die fantastische The Clone Wars-Serie präsentiert bekamen. Denn er legt den Grundstein für die Geschichte rund um den galaktischen Bürgerkrieg und die Klonkrieger. Was man auch erkennt: Schon hier im zweiten Film hat George Lucas dazu gelernt und sich von der kindlichen und langweilige Erzählstruktur des ersten Films der Prequel-Reihe verabschiedet. Zwar ist der Film immer noch weit davon entfernt, gut zu sein. Aber er setzt an einigen wichtigen Stellen an und wirkt damit runder als noch der erste Film der Prequels, Episode 1.

Trotzdem bleibt eine Konstante auch diesem Film erhalten: Die unglaublich hölzern geschriebenen und inszenierten Dialoge. Ein prominentes Beispiel in diesem Film sind wohl die Worte von Anakin Skywalker, die er zu Padme (Natalie Portman) sagt: „Ich mag Sand nicht“. Diese Dialogzeile ist zum Meme geworden und fasst all die Probleme der Prequel-Dialoge eigentlich gut zusammen: Sie wirken gekünstelt, unecht, emotionslos geschrieben.


Auch interessant:


Dazu kommt in Angriff der Klonkrieger eine Liebesgeschichte zwischen Anakin und Padme, die wenig glaubhaft ist. Zu keinem Zeitpunkt während der fast zweieinhalb Stunden Laufzeit kauft man den Protagonisten ihre Liebe füreinander ab. Viel zu hölzern sind die Dialoge, viel zu gezwungen das Setting, viel zu unglaubhaft die Inszenierung. Auch der Rest der Handlung kann diese Probleme aufwiegen. Zwar ist Obi-Wans Suche nach dem Kopfgeldjäger recht spannend inszeniert, aber eben auch wieder unglaubhaft. Ein Planet, den niemand kennt? Eine riesige Armee, die zehn Jahre unbemerkt blieb? Und keinerlei Zweifel daran von Seiten der Jedi?

Das große Finale, die Arena auf dem Planeten Geanosis und die anschließende Schlacht, ist zwar bombastisch inszeniert, lässt aber einen Mehrwert abseits des Spektakels vermissen. Und den alten und weisen Yoda als General einer Klonarmee zu sehen ist einfach nur traurig. George Lucas schafft es auch mit dem zweiten Film der Prequel-Triologie nicht, eine nachvollziebare Geschichte zu erzählen. Aber das Worldbuilding, all die neuen Planeten, Charaktere und Ereignisse zeigen wieder einmal: Wären die Ideen, die Lucas für sein Baby Star Wars hatte, von einem  fähigen Regisseur und einem guten Drehbuchautor umgesetzt worden, wären Episode 1-3 heute vermutlich nicht in so schlechter Erinnerung.


Hat dir der Beitrag gefallen?


Zum zweiten Teil des Rankings geht es hier:


Abonnieren
Benachrichtige mich bei
guest
3 Kommentare
Inline Feedbacks
View all comments
Lukas
Lukas
19. April 2022 8:41

Tolle Idee… bin gespannt auf die Fortsetzung. Danke!

LeibnizKeks
LeibnizKeks
Reply to  Lukas
12. Juni 2022 21:42

Aber auch einige der Charaktere werden fragwürdig eingeführt, so etwa der junge Anakin Skywalker (Hayden Christensen)

Wusste gar nicht das hayden schon in Episode 1 zu sehen war 🤔

WordPress Cookie Plugin von Real Cookie Banner