The Last of Us Serie: Ziemlich gut, aber (noch) kein Meisterwerk!

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Gerade ist die erste Folge der ersten Staffel von The Last of Us auf Sky bzw. HBO angelaufen. Die Videospielverfilmung versetzt uns in eine Postapokalypse voller Pilz-Mutanten und macht ihre Sache dabei richtig gut! Zum Meisterwerk reicht es allerdings meiner Meinung nach (noch) nicht. Wie gut die erste Folge wirklich war, erfahrt ihr hier!

Lesezeit: ca. 4 Minuten

Langsam, aber sicher

Die erste Folge von The Last of Us startet recht gemächlich: Wie auch im Spiel erleben wir zunächst die Zeit vor der Apokalypse, als die Welt noch in Ordnung war. Aber auch hier fällt schon auf: The Last of Us lässt sich in Serienform deutlich mehr Zeit, um uns in die Welt einzuführen. 

So bekommt etwa die Tochter von Joel um einiges mehr Screentime, wir erleben ihren Schulalltag und was sie so in ihrer Freizeit macht. Erst dann bricht die Katastrophe über unsere Protagonisten herein. Aber auch hier gab es minimale Abweichungen und Änderungen vom Videospiel, und das ist keinesfalls etwas Schlechtes!

Nein, viel eher zeigen solche kleinen Änderungen, dass The Last of Us als Serie eben doch ein eigenständiges Medium ist und das Videospiel nicht eins zu eins kopiert. 

Auch nach dem Zeitsprung, genau 20 Jahre später, lässt sich die Serie noch viel Zeit. Jetzt wird Joel als Charakter näher vorgestellt und wir bekommen seinen Alltag zu Gesicht. Das trägt zwar zur Identifikation zwischen uns als Zuschauer und ihm als Protagonisten bei, ist aber meiner Meinung nach dann doch ein bisschen zu lang gestreckt.

Gerade die Anfangsszenen nach dem Zeitsprung hat das Spiel besser umgesetzt, weil wir hier die Fieslinge von der FEDRA, mit denen es Joel und Tessa zu tun bekommen, auch direkt bekämpfen dürfen. Das gestaltet sich in der Serie anders, hier wird Joel passiver dargestellt.


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The Walking Dead in Gut?

Als im November die finale elfte (!) Staffel von The Walking Dead über unsere Bildschirme flimmerte, hab ich hier auf filmfreitag.de in einer Kolumne schon mein Unverständnis ausgedrückt: Hat es wirklich elf Staffeln gebraucht, um die Zombie-Serie zu einem befriedigenden Ende zu führen?

Meiner Meinung nach nicht. Und deswegen schlage ich hier jetzt wieder den Bogen zu The Last of Us: Die Serie ist mit einer ersten Folge richtig gut gestartet. Fans und Kritiker sind glücklich, was will man mehr? Die Frage ist allerdings, ob sich die Videospielverfilmung am Ende nicht in das gleiche Dilemma wie The Walking Dead verliert: 

Einfach nicht zu wissen, wann Schluss ist. Die gute Nachricht: Ich gehe fest davon aus, dass die Macher hinter The Last of Us ganz genaue Pläne für weitere Staffeln haben. Immerhin ist ja auch schon die zweite Staffel bei HBO bestellt.

Und der Vorteil von The Last of Us im Gegensatz zu The Walking Dead ist ebenfalls schnell erklärt: Die neue Serie orientiert sich sehr stark an den bereits vorhandenen Videospielen. Davon gibt es bisher zwei, danach ist die Geschichte von Joel und Ellie auserzählt. Also wird die Story kaum für elf Staffeln herhalten können.

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Die Schauspieler passen, der Produktionswert ist hoch

the last of us serie joel

Eine Sache, die allerdings außer Frage steht, ist der hohe Produktionswert der Serie. Egal wo man hinguckt, die Sets machen einfach immer was her. Ob das postapokalyptische Boston oder das Texas aus dem Jahr 2003, alles wirkt stimmig und sieht wunderbar aus. 

Das gleiche kann man auch von den Pilz-Mutanten sagen. Zwar bekommen wir in Folge eins noch gar nicht so viele von denen zu Gesicht. Alle, die wir sehen, lassen uns als Zuschauer aber erschaudern. 

Auch Pedro Pascal, vor allem durch seine Rollen in The Mandalorian und Game of Thrones bekannt, und Bella Ramsey, ebenfalls aus Game of Thrones als freche Lyanna Mormont bekannt, können auf voller Linie überzeugen.

Hier bin ich echt gespannt, wie die Dynamik zwischen den beiden in den nächsten Folgen umgesetzt wird. Im Videospiel kommen sich die beiden ja nach und nach näher und bauen eine fantastische und emotionale Vater-Tochter-Beziehung auf. Auch die frech-sarkastische Art von Ellie wurde hier in der ersten Folge schon angedeutet, mal sehen, wie das bis zum Ende der neunten Folge umgesetzt wird.


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Kann man die Serie auch schauen, wenn man die Videospiele nicht kennt?

Jetzt werden sich einige bestimmt fragen, für wen The Last of Us eigentlich gemacht wurde. Klar, die Serie ist angelehnt an ein Videospiel. Also werden mit Sicherheit zuallererst einmal Fans der Spiele angesprochen.

Aber das Ganze funktioniert auch hervorragend für all jene, die noch nie ein Videospiel in der Hand hatten oder The Last of Us nur vom Hörensagen kennen. Denn irgendwelche Kenntnisse über die Welt oder die Charaktere wird nicht vorausgesetzt. 

Vielmehr wird die Serie fast noch besser, wenn man nicht weiß, was als nächstes passiert. Alles wichtige bekommt man im Laufe der Staffel sowieso mit.

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The Last of Us: Reicht es zum Meisterwerk?

Im Internet ist der Hype um die Videospielverfilmung ja momentan regelrecht überwältigend. Überall wird die Serie in den Himmel gelobt, auf Rotten Tomatoes steht sie bei einer Kritiker-Wertung von 99%

Und auch ich war sehr angetan von der ersten Folge von The Last of Us. Der Produktionswert ist, HBO-typisch, sehr hoch, die Geschichte wird zwar vom Videospiel nacherzählt, hat aber durchaus ihre eigenen Kniffe und die beiden Hauptdarsteller überzeugen bis jetzt auf ganzer Linie.

Trotzdem will ich mit einer finalen Kritik zur Serie noch warten, bis wir auch wirklich alle neun Folgen gesehen haben. Denn bei so viele Folgen kann sich ja noch einiges tun, was mir vielleicht weniger gefällt. Gerade die Dynamik zwischen Joel und Ellie war im Spiel extrem wichtig und deswegen bin ich da auch sehr gespannt, wie die HBO-Serie das umsetzen wird.

Zum hochgelobten Meisterwerk, zu dem es viele jetzt schon machen, reicht es also für mich noch nicht. Aber das kann ja noch werden! Ich bin schließlich immer skeptisch bei Dingen, die mir am Herzen liegen. Und die beiden The Last of Us Spiele gehören zu meinen absoluten Lieblingsspielen! Das hab ich beispielsweise auch in diesem Special zum Ausdruck gebracht

Trotzdem ist die HBO-Serie eine große Empfehlung, nicht nur für Fans von Zombies, sondern auch für alle, die ein gutes Charakterdrama oder einen Roadtrip durch die postapokalyptische USA erleben wollen!


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Lukas Egner

Ich bin der Gründer von filmfreitag und schaue leidenschaftlich gerne Filme und Serien aus jedem Genre. Ich bin 21 Jahre alt, studiere momentan Politik- und Medienwissenschaften und schreibe als freier Autor für verschiedene Film- und Videospielmagazine.

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